Was gibt's Neues?

In Österreich dürfen in den Praxen der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte seit Donnerstag alle Routine-, Kontroll-, Vorsorge- und Nachsorgeuntersuchungen wieder vorgenommen werden. Wir sollten dem Beispiel folgen. Die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte in Deutschland sind auch in Zeiten von Corona bestens für die Vermeidung von Infektionsrisiken gerüstet.

„Die niedergelassenen Fachärzte sind in der Lage, einzuspringen, wenn Kliniken im Zuge der Corona-Infektion überlastet werden“, erklärt der Vorsitzende des Berufsverbandes der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Albert Beyer. „Trotz aller erforderlichen Einschränkungen tun wir darüber hinaus selbstverständlich alles, um die Betreuung unserer Patienten aufrecht zu erhalten.“

"Wir wollen und werden uns mit unserer endoskopischen Tätigkeit nicht zu einem Hotspot für Infektionen in Deutschland machen lassen", erklärt der Vorsitzende des Berufsverbands der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte Dr. Albert Beyer. "Die Kassen beharren auf Mehrweginstrumenten wie Schlingen und Zangen, die auf dem Markt kaum noch zu haben sind und unter den behördlichen Vorgaben in Facharztpraxen praktisch nicht aufgereinigt werden können. Hygienisch einwandfreie Einmalprodukte wollen sie nicht bezahlen."

"Die gute Qualifikation des nicht-ärztlichen Fachpersonals ist ein Grundpfeiler für die hohe Leistungsfähigkeit in unseren Praxen", sagt Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. "Leider werden die Fähigkeiten und die Bereitschaft unserer Mitarbeiter, spezielle Kenntnisse zu erwerben, in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen."

Durch die Honorar-Reform der niedergelassenen Vertragsärzte soll die "sprechende Medizin" kostenneutral aufgewertet werden. Das bedeutet eine großangelegte Umverteilung in der Vergütungsstruktur zu Gunsten von betreuungsintensiven Leistungen. Was aus einer richtigen Idee geworden ist, kann nur als absurd bezeichnet werden: Die qualifizierte Betreuung und Beratung von schwer akut und chronisch erkrankten Patienten wird zusammengestrichen und vom fach- in den hausärztlichen Sektor abgeschoben.

Medizin ist im Wandel und das soll den Menschen zu Gute kommen. Der veränderte Lebenswandel und die demographische Entwicklung bringen neue gesundheitliche Risiken, auf die wir uns mit fortschrittlichen Verfahren vorausschauend einstellen müssen. Das erfordert Investitionen. Aber wie sollen die aufgebracht werden, wenn den Spezialisten in den fachärztlichen Praxen der finanzielle Spielraum genommen wird?

Die jüngste Honorarreform im Gesundheitswesen sendet fatale Signale in Sachen Vorsorge: Die Darmspiegelung wird abgewertet, obwohl der Magen-Darm-Arzt mit ihrer Hilfe sehr viele Krebserkrankungen verhindern kann. In Zeiten, in denen die WHO vor einer weltweit ansteigenden Krebssterblichkeit warnt, erscheint dies wie ein Schildbürgerstreich.

"Eine Umverteilung ohne Aufstockung des Gesamtbudgets bedeutet immer: Den einen wird gegeben, was anderen genommen wird", sagt Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Gastroenterologen. "Der große Haken dabei ist: Wenn dies im Gesundheitssystem geschieht, geht es immer auch auf Kosten von Patienten, denen trotz chronischer Erkrankung erforderliche Betreuungsleistungen entzogen werden."

Die Darmspiegelung ist eine Kernleistung der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. Sie ist ein unverzichtbares Instrument sowohl für die Vorsorge gegen Darmkrebs als auch für die Versorgung von Patienten mit akuten oder chronischen Darmbeschwerden. Das hohe Qualitätsniveau in den Praxen der Fachärzte sichert die Zuverlässigkeit der Untersuchung und damit den Nutzen für die Patienten.

Die Darmspiegelung (Koloskopie) kann Leben retten und ist zurzeit die effektivste Vorsorgeuntersuchung, die die Medizin zu bieten hat. Aber was erwartet den vorsorgewilligen Patienten? Das Video der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte erklärt verständlich Vorbereitung und Durchführung der Untersuchung.