Was gibt's Neues?

Die Stiftung LebensBlicke ist wie viele andere über die Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf den offenen Brief zur Qualitätssicherung bei der Darmkrebsvorsorge an die Bundeskanzlerin und an den Gesundheitsminister sehr enttäuscht. Der Minister hat erst nach einem Erinnerungsschreiben mit dieser formal sicher korrekten, aber aus Sicht der Betroffenen und ihrer Ärzte sehr bedauerlichen Begründung antworten lassen.

„Auch in Krisen-Zeiten müssen Fachärzte die ambulante Versorgung ihrer Patienten aufrecht erhalten“, konstatiert Dr. Albert Beyer vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng). „Im Verlauf der Corona-Pandemie waren die offiziellen Bezugsquellen oft nicht in der Lage, in ausreichendem Maße Schutzausrüstung zu beschaffen. Die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte waren deshalb gezwungen, eigeninitiativ Schutzmasken, Schutzkittel und anderes zu organisieren. Für die Kosten will allerdings jetzt vielerorts niemand aufkommen.“

Die gute Nachricht: So gut wie alle Praxen von niedergelassenen Magen-Darm-Ärzten bieten die gesetzlich geregelten Vorsorge-Darmspiegelungen wieder voll umfänglich an. Die bewährten Hygienekonzepte sorgen für einen angemessenen Schutz von Patienten und Personal. Niemand muss aus Angst vor Corona auf die Untersuchung verzichten, die Darmkrebs effektiv verhindern kann.

Die Deutsche Fachgesellschaft für Verdauungskrankheiten (DGVS) mahnt die Rückkehr zur regulären Früherkennung an. Nach Einschätzung der Experten sind seit Auftreten der Corona-Krise zahlreiche Darmspiegelungen aufgeschoben worden.

CORONA ist das Thema - aber es gibt auch noch andere wichtige Gesundheitsthemen - hier Ruth Moschner mit Ihrem Aufruf zur Darmkrebsvorsorge auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=GtuQeZhBzH8.

Die ambulante Versorgung läuft wieder. Ob Corona oder nicht, Erkrankungen des Verdauungssystems richten sich danach nicht. Patienten mit Leber-, Magen- oder Darmerkrankungen, die der Hausarzt zum Magen-Darm-Spezialisten überweist, finden über das Webportal www.magen.darm-aerzte,de einen Facharzt ganz in ihrer Nähe.

Rund 5000 Mal ist das neue Video der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte angeschaut worden, seit es vor vier Monaten auf Youtube hochgeladen worden ist. "Wir beschreiten neue Wege, um als Fachärzte unserer Verantwortung gerecht zu werden, die Bevölkerung über Vorsorgemöglichkeiten zu informieren", sagt Dr. Horst Hohn vom Vorstand des Berufsverbands (bng).

Nach langen und mühseligen Verhandlungen konnten die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte endlich durchsetzen, dass die für Magen- und Darmspiegelungen benötigten, nur einmal verwendbaren Zusatzinstrumente von den Krankenkassen als Sachkosten bezahlt werden. "Damit ist unsere Befürchtung vom Tisch, dass wir gezwungen sein könnten, diese Kosten letztendlich an die Patienten weiterzugeben", sagt Dr. Albert Beyer, der Vorsitzende des Berufsverbandes bng.

Die Corona Pandemie hat leider auch zu einem deutlichen Rückgang der Darmkrebsvorsorge geführt. Das ist aktuell verständlich, aber doch erschreckend zugleich. Menschen fürchten, sich in Praxen oder Kliniken anzustecken. Diese Sorge ist unbegründet, da sich niedergelassene (Magen-Darm-) Ärzte wie Kliniken in ihren Endoskopie-Bereichen ganz besonders um die vom Robert Koch-Institut bzw. den Fachgesellschaften bereitgestellten Hygienevorschriften kümmern. Professor Dr. J. F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke (Ludwigshafen): "Ich rufe daher alle Menschen ab dem 50. Lebensjahr nachdrücklich dazu auf: Vergessen Sie Ihre Darmkrebsvorsorge bitte nicht, nehmen Sie jetzt erst recht Ihren Anspruch darauf wahr! Auch die Darmkrebsvorsorge rettet zuverlässig viele Leben!"

Der Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng) dringt auf eine Exit-Strategie für zurückgefahrene endoskopische Leistungen in den Facharztpraxen. "Es geht jetzt darum, langsam und mit Bedacht zur Normalität zurückzukehren", sagt Verbandschef Dr. Albert Beyer. "Es darf nicht geschehen, dass eine Verschiebung erforderlicher Darmspiegelungen Diagnosen verzögert und damit einen Krankheitsverlauf zum Beispiel bei Darmkrebs mit vermeidbaren Risiken belastet."