Was gibt's Neues?

Der Darmkrebs-Präventionspreis 2021, ausgelobt von der Stiftung LebensBlicke und dotiert mit 4.000 Euro von der Firma Servier (München), zeichnet kommendes Jahr nicht nur eine, sondern zwei herausragende Arbeiten im Bereich Darmkrebsvorsorge und -früherkennung aus.

"Ärzte und Praxispersonal stehen unter Corona-Bedingungen immer wieder vor der Herausforderung, intensive Kontakte zu Patienten bei Untersuchungen sicher zu bewältigen", sagt Dr. Albert Beyer vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. "In der Magen-Darm-Arzt-Praxis ist dies beispielsweise insbesondere bei Magenspiegelungen der Fall."

Jeden Tag erkranken in Deutschland etwa 180 Menschen neu an Darmkrebs. Selbst unter besten Versorgungsbedingungen wird ein Drittel dieser Patienten an ihrem Tumorleiden versterben. "Wir müssen aufpassen, dass ein Lockdown keine fatale Konsequenzen hat", warnt Dr. Albert Beyer vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. "Ein Nachlassen oder gar Aussetzen von Vorsorge-Untersuchungen würde die Sterblichkeit an Darmkrebs selbst bei zeitlicher Begrenzung deutlich ansteigen lassen."

Eine Umfrage des Deutschen Hepatits C-Registers unter den teilnehmenden Leberzentren spiegelt exemplarisch die Verunsicherung wider, die die Coronakrise bei chronisch erkrankten Menschen ausgelöst hat. Viele Leberpatienten haben anstehende Untersuchungs- und Behandlungstermine abgesagt.

Die Stiftung LebensBlicke und die Gastro-Liga freuen sich sehr, dass sie mit der Sportmoderatorin Kristin Otto eine bemerkenswerte Persönlichkeit als Schirmherrin für den Darmkrebsmonat 2021 gewinnen konnten. Kristin Otto steht in besonderem Maße für Sport und Bewegung. Beides sind wichtige Pfeiler der Primärprävention vieler Erkrankungen, so auch für den Darmkrebs.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben unbeabsichtigte Nebeneffekte. Vor allem kranke Menschen, die einer regelmäßigen Behandlung bedürfen, sind oft extrem verunsichert. Dabei ist das Risiko einer Therapie-Pause oder gar eines Therapie-Abbruchs zum Beispiel bei Krebspatienten in der Regel viel größer als die Gefahr einer Ansteckung mit dem Corona-Virus.

Die Darmkrebsvorsorge in Deutschland ist eine allgemein anerkannte Erfolgsgeschichte. Dennoch bläst ihr zurzeit von allen Seiten der Wind ins Gesicht. Corona verschärft die Lage. In einer online-Talk-Runde haben Experten und prominente Unterstützer aus Politik und Gesellschaft eindringlich darauf hingewiesen, dass Vorsorge auch in Krisenzeiten unverzichtbar ist und ohne erhöhte gesundheitliche Risiken in Anspruch genommen werden kann und sollte.

"In Deutschland leben ca. 1 Millionen Menschen mit einer Entzündung einer nichtalkoholisch bedingten Fettleber, von denen schätzungsweise 20 % bereits eine fortgeschrittene Leberschädigung aufweisen, Tendenz steigend", mahnt Prof. Dr. Wolf Peter Hofmann vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte anlässlich des diesjährigen Lebertags am 20. November. "Auf die absehbaren Folgen für die Gesundheitsversorgung sind wir in Deutschland nach wie vor nicht gut vorbereitet."

Eine aktuelle Umfrage unter den Verdauungsmedizinern in Deutschland bestätigt, was für die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte schon immer klar war: Die eigenständige Tätigkeit in der Praxis verschafft im Vergleich zur Arbeit im Krankenhaus eine höhere Zufriedenheit und die Versorgung der Patienten wird viel eher als befriedigend denn als belastend empfunden.

Chronisch kranke Menschen, die im Zuge von Krankheitsschüben geschwächt sind und immun-suppressiv behandelt werden müssen, bedürfen in Zeiten epidemischer Infektionswellen besonderer Aufmerksamkeit, wenn ihr Wohlergehen sichergestellt werden soll. Die in den Fachgesellschaften für Darmerkrankungen organisierten Mediziner in Deutschland sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Sie haben in einer interdisziplinären online-Konferenz unter Einbeziehung von niedergelassenen Magen-Darm-Ärzten sowie der Vertretungen des Praxispersonals und der Patienten über die besonderen Aspekte der Versorgung von Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) beraten. Das Ergebnis ist ein Konsensus-Papier, das die Situation der Betroffenen aufzeigt und Handlungsempfehlungen für alle Beteiligten formuliert.