Was gibt's Neues?

Die Darmspiegelung ist wie eine Lotterie mit 50-prozentiger Gewinnchance: Wissenschaftler vom DKFZ in Heidelberg haben auf der Grundlage einer Analyse der Daten aus dem Deutschen Screening-Register ermittelt, dass allein durch eine einzige Untersuchung im Rahmen des gesetzlichen Screening-Programms mehr als die Hälfte aller Erkrankten ihren Darmkrebs überlebt. Sie empfehlen Frauen und Männern mindestens eine Darmspiegelung im Alter von 56 bzw. 54 Jahren.

"Fast alle untersuchten gesetzlich Versicherten mit Anspruch auf eine Vorsorge-Koloskopie konnten 2018 beruhigt nach Hause gehen", fasst Dr. Dagmar Mainz die aktuellen Zahlen zur Darmkrebsvorsorge zusammen. "Bei zirka der Hälfte aller Teilnehmer konnte ein unauffälliger Befund erhoben werden. Bei der anderen Hälfte fanden sich in fast allen Fällen Polypen oder gutartige Geschwulste, die im Zuge der Untersuchung entfernt wurden, um Darmkrebs zu verhindern. Bei 0,8 Prozent der Untersuchten wurde Darmkrebs entdeckt, so dass eine kurative Therapie mit guter Aussicht auf Heilung eingeleitet werden konnte, da der Tumor bei 9 von 10 Betroffenen rechtzeitig gefunden wurde."

Die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte haben sich der Initiative "Nationale Dekade gegen Krebs" angeschlossen. "Als primäre Ansprechpartner in der Darmkrebs-Vorsorge wollen wir mit unseren Erfahrungen aus der Praxis einen Beitrag dazu leisten, dass künftig möglichst viele Krebsneuerkrankungen verhindert werden und Betroffene ein besseres Leben führen können", erklärt der Berufsverbandsvorsitzende Dr. Albert Beyer.

"Chronische Magen-Darm-Beschwerden müssen untersucht und behandelt werden. Das gilt umso mehr, wenn sie mit Blutverlusten und Blutarmut unklaren Ursprungs einher gehen", mahnt Dr. Horst Hohn vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng). "In solchen Fällen darf Corona kein Hinderungsgrund für den Arztbesuch sein!" Bleibt die Magen- und Darmspiegelung dann ohne Resultat, wird der Dünndarm mit der Videokapsel untersucht. Weder Patient noch Arzt haben bei dieser Untersuchung ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für Corona!

Die Corona-Pandemie hat der Digitalisierung in den Praxen Vorschub geleistet. Videosprechstunde und elektronischer Terminkalender haben den Praxisalltag erreicht. "Das entlastet das Personal und reduziert die Patientendichte. Die Arbeitsbelastung wird damit allerdings nicht geringer", konstatiert Dr. Ulrich Tappe vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng).

"Die aktuell verwendeten Impfstoffe gegen COVID-19 eigenen sich grundsätzlich auch für immunsupprimierte Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen", sagt der CED-Experte Dr. Ulrich Tappe vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng).

"Patienten mit schweren oder chronischen Erkrankungen der Verdauungsorgane sind auf ihre Behandlung angewiesen", sagt Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. "Wer eine Therapie abbricht, riskiert eine Verschlimmerung des Krankheitsverlaufs. Wir Magen-Darm-Ärzte fahren so hohe Sicherheitsstandards in unseren Praxen, dass niemand aus Angst vor Corona auf einen Arztbesuch verzichten muss."

"Das Einladungsverfahren zur Darmkrebsvorsorge zeigt Wirkung. Das belegen die Zahlen aus den ersten neun Monaten nach der Einführung: Die Inanspruchnahme durch die Bürger nahm um ca. 25 Prozent zu", sagt Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. "Lassen Sie uns diesen Aufschwung in 2021 neu beleben und das Jahr zu einem Erfolg im Kampf gegen den Darmkrebs machen!"

 

Die Stiftung LebensBlicke, Früherkennung Darmkrebs, und der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) werben dafür, notwendige Arzttermine und Vorsorgeuntersuchungen auch in der Pandemie nicht aufzuschieben. Während der ersten Erkrankungswelle der Corona-Pandemie haben viele Patientinnen und Patienten geplante Arzttermine aus Angst vor einer Infektion mit dem neuen SARS-CoV-2-Virus abgesagt; auch die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen ging merklich zurück.

Die Stiftung LebensBlicke, Früherkennung Darmkrebs, hat die Schauspielerin Sabine Postel – bekannt aus den Fernsehsendungen "Tatort" und gerade aktuell "Die Kanzlei" – als neue Befürworterin und starke Persönlichkeit für die Motivation zur Darmkrebsvorsorge gewonnen.