Was gibt's Neues?

Die Anzahl der Darmkrebsfälle und die Anzahl der daran verstorbenen Menschen haben in Deutschland seit Beginn des gesetzlichen Darmkrebs-Screening-Programms kontinuierlich abgenommen. Das ist zu einem großen Teil der Darmspiegelung zu verdanken, daran lassen Forscher vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg in einer aktuell veröffentlichten Datenanalyse keinen Zweifel.

Genetische Varianten von Viren können einen erheblichen Einfluss auf die Verbreitung und die Verläufe von Infektionskrankheiten haben. Das gilt nicht nur für Corona, sondern auch für virale Erkrankungen wie die Hepatitis C, die trotz großer Heilungserfolge immer noch weit verbreitet ist.

"In Arztpraxen könnten bundesweit bis zu 5 Millionen Impfdosen in der Woche gegen das COVID-19-Virus verabreicht werden", sagt die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Dagmar Mainz. "Dass dieses Potenzial bei weitem noch nicht ausgeschöpft wird, liegt nicht nur am Impfstoffmangel. Leider werden immer noch nicht alle impfbereiten Ärzte eingebunden. Das könnte besser werden. Wir Fachärzte stehen für Impfungen ebenso bereit wie unsere hausärztlichen Kollegen."

Professor Dr. Oliver G. Opitz, Leiter der Koordinierungsstelle Telemedizin BW (KTBW) der Universitätsmedizin Mannheim/Universität Heidelberg und Professor Dr. Jürgen F. Riemann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung LebensBlicke - Früherkennung Darmkrebs, rufen gemeinsam zum Handeln auf:

Das statistische Risiko im Laufe des Lebens an Darmkrebs zu erkranken, liegt bei sechs Prozent. Doch das ist nur ein Durchschnittswert: Wenn in der direkten Verwandtschaft bereits Darmkrebsfälle aufgetreten sind, liegt das individuelle Risiko deutlich höher. Bei rund 30 Prozent aller diagnostizierten Darmkrebsfälle gab es bereits nahe Angehörige, die ebenfalls Darmkrebs hatten!**

Die schriftliche Einladung zur Darmkrebsvorsorge soll Anspruchsberechtigte motivieren, das Angebot zur Risikominimierung bei der dritthäufigsten Krebstodesursache auch tatsächlich anzunehmen. "Die Idee ist gut", sagt Dr. Dagmar Mainz, "aber die Durchführung lässt unglücklicherweise sehr zu wünschen übrig."

Bewegung ist eine der wichtigsten Zutaten für Gesundheitsvorsorge jeglicher Art. Sie ist besonders wirksam, wenn sie auf den Weg zu einer Vorsorge-Darmspiegelung führt. Weil Darmkrebs so verhindert werden kann, stellen sich die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte hinter das Motto von Stiftung Lebensblicke und Gastro-Liga zum Darmkrebsmonat: "Bewegung Sie sich: Gehen sie zur Darmkrebsvorsorge".

"Politischer Aktivismus zulasten von Leistungserbringern ist heutzutage sehr en vogue", konstatiert Dr. Albert Beyer vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng). "Forderungen sind schnell ins Gesetz geschrieben, die Finanzierung bleibt dabei oft auf der Strecke. Das gilt auch und insbesondere für Hygiene-Maßnahmen in der Arztpraxis, und das nicht nur in Corona-Zeiten."

Aus der aktuellen Analyse der Sterbestatistik des Robert Koch-Instituts geht hervor, dass Patienten, die 2017 an Darmkrebs verstorben sind, im Durchschnitt 13,4 Lebensjahre verloren haben. Dabei ist Darmkrebs bei rechtzeitiger Diagnose in den meisten Fällen heilbar und kann durch eine Vorsorge-Darmspiegelung in sehr vielen Fällen verhindert werden!

Anlässlich der diesjährigen Darmkrebsmonats März warnt Dr. Dagmar Mainz: "Krebs ist keine ausschließliche Angelegenheit für ältere Menschen. Immer wieder erkranken auch Jüngere, die überhaupt nicht damit rechnen. Das gilt auch und insbesondere für den Darmkrebs. Anhaltende Darmbeschwerden sollten immer beim Hausarzt vorgestellt werden. Im Zweifel kann der Hausarzt dann eine Darmspiegelung beim niedergelassenen Magen-Darm-Arzt veranlassen."