Was gibt's Neues?

Chronisch kranke Menschen, die im Zuge von Krankheitsschüben geschwächt sind und immun-suppressiv behandelt werden müssen, bedürfen in Zeiten epidemischer Infektionswellen besonderer Aufmerksamkeit, wenn ihr Wohlergehen sichergestellt werden soll. Die in den Fachgesellschaften für Darmerkrankungen organisierten Mediziner in Deutschland sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Sie haben in einer interdisziplinären online-Konferenz unter Einbeziehung von niedergelassenen Magen-Darm-Ärzten sowie der Vertretungen des Praxispersonals und der Patienten über die besonderen Aspekte der Versorgung von Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) beraten. Das Ergebnis ist ein Konsensus-Papier, das die Situation der Betroffenen aufzeigt und Handlungsempfehlungen für alle Beteiligten formuliert.

Die Mühlen der Politik mahlen bekanntlich langsam. Und die Umsetzung von politischen Entscheidungen lässt bedauerlicherweise ebenfalls oft lange auf sich warten. Das gilt auch für das Krebsfrüherkennungsregistergesetz (KFRG), das unter anderem das Einladungsverfahren für die Darmkrebs-Vorsorge gebracht hat. "Es ist ein Schritt in die richtige Richtung", sagt Dr. Albert Beyer vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. "Ein Schritt, den man nicht kleinreden, sondern befeuern sollte."

In Nordrhein-Westfalen startet das Modellprojekt "Grippeimpfung in der Apotheke". Apotheken können zu einem Preis von 12,61 Euro Impfungen anbieten. "Für die gleiche Leistung erhält ein Arzt höchstens 9,43 Euro", stellt Dr. Ulrich Tappe fest. Warum Apotheker mehr Geld erhalten und warum sie überhaupt Schutzimpfungen anbieten sollen, erschließt sich dem niedergelassenen Magen-Darm-Arzt nicht.

"Die Entwicklung der Hepatitis C-Therapie ist eine beispiellose Erfolgsgeschichte: Heute können wir die anfangs tödlich verlaufende Erkrankung in fast allen Fällen ausheilen", erklärt der Leberexperte der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Prof. Dr. Peter Hofmann anlässlich der Verleihung des Nobelpreises an die Entdecker des Hepatitis C-Virus.

 

Die Hepatitis D ist die aggressivste aller viralen Leberentzündungen. Sie tritt immer zusammen mit der Hepatitis B auf und konnte bislang kaum behandelt werden. Jetzt ist endlich ein lang erwartetes Medikament zugelassen worden.

Dreh- und Angelpunkt für Fortschritte in der Therapie von Verdauungskrankheiten ist die Deutsche Fachgesellschaft DGVS. Die Beteiligung von niedergelassenen Magen-Darm-Ärzten in deren Gremien ist unabdingbar, damit neue Entwicklungen zügig und praxisgerecht beim Patienten ankommen.

"Am Ende des Jahres werden in Deutschland rund 50.000 Menschen an Darmkrebs verstorben sein", erklärt die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte Dr. Dagmar Mainz. "Auch wenn Corona im Moment das alles beherrschende Thema ist, dürfen wir darüber nicht die vermeidbaren Tumorerkrankungen vergessen!"

Führende Experten haben in einem Webinar der Stiftung LebensBlicke unter Moderation des Vorstandsvorsitzenden Professor Dr. J.F. Riemann über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die gastroenterologische Praxis referiert und diskutiert.

Ärzte sind zu einer wirtschaftlichen Verordnung von Arzneimitteln verpflichtet. "Das ist in Ordnung, solange ausschließlich der Arzt unter Berücksichtigung medizinischer Kriterien entscheiden kann, ob der Einsatz preisgünstiger Verordnungsalternativen im Einzelfall möglich ist", erklärt Dr. Albert Beyer vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng).

Sieben von acht Corona-Infizierten werden in den Praxen niedergelassener Ärzte versorgt. Das wäre ohne Medizinische Fachangestellte (MFA) nicht möglich. Weil sie an vorderster Front tätig sind, gehören sie neben den Bediensteten in Altenpflege und stationärer Krankenpflege zu der Berufsgruppe, in der die meisten Infektionen mit COVID-19 aufgetreten sind.