Was gibt's Neues?

"Die Magenspiegelung ist totgespart und kann im ambulanten Sektor nicht mehr kostendeckend angeboten werden", erklärte Dr. Albert Beyer vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darmärzte zum Abschluss des nationalen Fachkongresses der Verdauungsmediziner in Leipzig. "Wir müssen zurzeit mit ansehen, wie einer wertvollen diagnostischen Methode systematisch der Boden entzogen wird."

"Wir Ärzte fühlen uns den Idealen des Hippokrates verpflichtet, der schon vor rund zweieinhalb Jahrtausenden auf die Bedeutung der Hygiene für die Gesundheit der Menschen hingewiesen hat", erklärt der Verbandsvorsitzende der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Albert Beyer. "Für uns als überwiegend endoskopisch tätige Fachärzte ist Keimfreiheit der medizinischen Geräte die Grundvoraussetzung für unsere Arbeit überhaupt.

Endoskope müssen sauber sein! Die Fachärzte in endoskopierenden Praxen betreiben einen erheblichen Aufwand, um für ihre Patient:innen hygienisch einwandfreie Instrumente bereit zu halten. Dafür entstehen Kosten, die beglichen werden müssen. "Ärztinnen und Ärzte können die Untersuchungen nur anbieten, wenn die damit verbundenen Kosten gedeckt sind", betont die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Priv.-Doz. Dr. Katja Klugewitz. "Weil sich die Krankenkassen seit Jahren weigern, diese Kosten in angemessener Weise zu übernehmen, bleibt uns nichts übrig, als die Untersuchungstermine auf das absolut Notwendige zu beschränken."

"Wir niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte haben trotz des Risikos für unser Praxispersonal sehr früh nach Beginn der ersten Corona-Welle wieder einen weitgehend normalen Betrieb in unseren Praxen aufgenommen", sagt Priv.-Doz. Dr. Katja Klugewitz. Vor dem Hintergrund der anrollenden Delta-Welle und der abebbenden Impfbereitschaft stellt sich für die Sprecherin des Berufsverbandes allerdings inzwischen die Frage, wieviel Risiko ihr und ihren Mitarbeiterinnen angesichts der überall verfügbaren Impfangebote eigentlich zugemutet werden kann?

Das schärfste Schwert, um Übertragungswege von Krankheitserregern zu unterbinden, sind konsequente Hygiene-Maßnahmen. In unseren Praxen treiben wir deshalb nicht erst seit Corona einen sehr hohen Aufwand zum Schutz unserer oft chronisch erkrankten Patienten", sagt Dr. Albert Beyer vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng).

Mit niederrheinischem Charme hat das Maskottchen Poly, ein Darmpolyp in Comic-Gestalt, im Jahr 2019 die Moerser Bürger in mehr als 40 Aktionen aufgerüttelt und viele dazu bewegt, die Darmkrebsvorsorge in Anspruch zu nehmen."

Der immunolgische Bluttest auf Hepatitis B und Hepatitis C wird Teil der Vorsorgeuntersuchung ab 35 Jahren (Check-Up 35). "Das ist ein großer Durchbruch, den die deutschen Hepatologen für Menschen mit unerkannten Lebererkrankungen nach vielen Anstrengungen endlich durchsetzen konnten", erklärt die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Priv.-Doz. Dr. Katja Klugewitz anlässlich des Welt-Hepatits-Tages am 28. Juli 2021.

Die Bilder aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen stimmen bestürzt und wecken den Wunsch zu helfen. Priv.-Doz. Dr. Katja Klugewitz: "Das ist ja fast wie im Krieg! Menschen verlieren alles, Kinder erleben essentielle Krisen. Corona beutelt monatelang nicht nur die jungen Menschen und jetzt das noch."

"Zurzeit kursieren abstruse Fake-News über angebliche Zusammenhänge zwischen Corona-Impfungen und seltenen Magen-Darm-Erkrankungen", berichtet die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Priv.-Doz. Dr. Katja Klugewitz. "An diesen Gerüchten ist nichts dran. Im Gegenteil: Die Infektion mit Corona-Viren kann Magen und Darm schädigen. Das ist ein Grund mehr, sich impfen zu lassen!"

"Alles auf einmal" ist die Devise der Politik - Kreuzimpfungen, elektronische Patientenakte und Hygienevorgaben stellen die Praxen vor große Herausforderungen.