»Es gibt keinen Grund erforderliche Untersuchungen zu verschieben!«

Auf den Lockdown am 15. März hat der Berufsverband schnell reagiert und seine Mitglieder zum Schutz von Patienten und Personal aufgerufen, den Routine-Endoskopiebetrieb einzustellen und nur noch Notfälle oder dringliche Fälle zu untersuchen, bei denen der Aufschub der Endoskopie mit gravierenden gesundheitlichen Nachteilen verbunden wäre. Dr. Horst Hohn erläutert die Entwicklung vom Lockdown bis zur Wiederaufnahme des Praxisbetriebs.

»Corona-Maßnahmen-Katalog
in Magen-Darm-Arzt-Praxen«

  • Alle Maßnahmen werden in einem Aktionsplan für die Praxis festgehalten und verbindlich umgesetzt.
  • Das Praxis-Personal wird geschult und sensibilisiert.
  • Die Zahl der Praxisbesucher wird begrenzt und mit zeitlichem Spielraum terminiert.
  • Praxisbesucher müssen Mund-Nasen-Schutz tragen und Abstand halten.
  • Begleitpersonen dürfen nicht in der Praxis warten.
  • Patientenbewegungen werden kanalisiert, um Begegnungsmöglichkeiten zu reduzieren.
  • Verdächtigen Personen wird der Praxiseintritt verwehrt.
  • Oberflächen und Gerätschaften werden regelmäßig desinfiziert.
  • Alle Räume werden kontinuierlich durchlüftet.
  • Arzt und Assistenzpersonal tragen bei Untersuchungen Schutzkittel, Einweghandschuhe, FFP2-Atemschutzmaske und Schutzbrille.
  • Für Magenspiegelungen gelten besondere Kriterien und erhöhte Schutzmaßnahmen.

 

Dr. Hohn:
»Unsere Praxen sind geöffnet!«

„Die Praxen haben sofort nach dem Lockdown auf Notfallversorgung umgestellt und Schutzmaßnahmen für Ihr Personal und ihre Patienten eingeführt. Patienten wurden vorsortiert und ihrem Infektionsstatus entsprechend behandelt. Entzerrung von Wartezeiten, Einschränkung von Begleitpersonen und Abstands- und Verhaltensregeln für Patienten sorgten für die größtmögliche Sicherheit beim Besuch einer Praxis. Planbare Untersuchungen mussten verschoben werden.

Dennoch entstand eine schwierige Situation, weil wichtige Leistungen der ambulanten Versorgung wie die Darmkrebsvorsorge auf Eis lagen. Deshalb haben wir ebenso entschlossen reagiert, als die Empfehlungen der europäischen und der deutschen Fachgesellschaften zum Betrieb von Magen-Darm-Arzt-Praxen vorlagen. Der Berufsverband hat eine Exit-Strategie entwickelt, die den Kollegen darlegte, wie auch unter Corona-Bedingungen ein weitgehend regulärer und sicherer Praxisalltag organisiert werden kann.

Seither sind die Magen-Darm-Ärzte wieder fast so umfassend wie im Normalbetrieb tätig und haben vielfach sogar endoskopische Untersuchungen für benachbarte Krankenhäuser übernommen, die aufgrund der Einschränkungen im stationären Bereich diese Leistungen nicht mehr anbieten konnten.

Spätestens seit Juni besteht kein Grund mehr, Untersuchungen zu verschieben. Ganz im Gegenteil: Akute Magen-Darm-Beschwerden sollten unbedingt zeitnah abgeklärt werden, um schwere Krankheitsverläufe zu vermeiden. Und niemand sollte auf seine Vorsorge-Darmspiegelung verzichten, denn sie ist das Beste, was man tun kann, um Darmkrebs zu verhindern.“

 

»Trotz Corona: Darmkrebsvorsorge möglich ... und wichtig!«

Das Thema Prävention ist durch die Covid-19 Pandemie in vielen Fachbereichen in den Hintergrund gerückt: Über viele Wochen mussten sich Ärzte und Patienten auf die wichtigsten Untersuchungen beschränken – viele Vorsorge-Termine fielen komplett aus. Schon jetzt steht fest: Corona wird unser Gesundheitssystem nachhaltig verändern. Dabei ist es gesellschaftlich von großer Bedeutung, die Kernaufgaben der medizinischen Patientenversorgung nicht aus dem Blick zu verlieren.

 

Hohe Infektiosität des Coronavirus

  • Ausbreitung vor allem über Mund/Rachenraum
  • Infizierte sind keine Randgruppe und schlecht identifizierbar
  • Neuartiges Krankheitsbild mit schweren Verläufen
  • Keine Medikation vorhanden
  • Keine Impfung vorhanden
  • Keine epidemiologische Erfahrung (Dynamik Krankheitsbild)

Darmkrebsprävention nach höchsten Sicherheitsstandards

Wir Magen-Darm-Ärzte wollen daher unseren Beitrag leisten, um die Vorsorge vor schweren chronischen Erkrankungen wie Darmkrebs auf hygienisch sicherem Wege zu gewährleisten. Dazu gehört: Einen Schutz- und Aktionsplan für die Durchführung der Koloskopie zu erstellen, uns selbst und unser Personal zu schulen und die Schutzmaßnahmen in der Untersuchungspraxis effektiv umzusetzen.

So machen wir den Praxisaufenthalt für Sie und uns sicher

  • Desinfektionsmittel gehören zur Routine bei der Reinigung von Praxis, Oberflächen und Gerätschaften und zur Hygiene aller Mitarbeiter und Besucher.
  • Praxismitarbeiter werden geschult und sensibilisiert. Sie tragen Schutzausrüstung: Masken, Schutzkittel, Einmalhandschuhe, Kopfhauben.
  • Praxisbesucher müssen Mund-Nasen-Schutz tragen und Abstand halten.
  • Wir ermöglichen Abstand in allen Bereichen der Praxis, inklusive den Warteräumen.
  • "Verdächtigen" Patienten verwehren wir den Praxiseintritt.
  • Wir minimieren die Personenanzahl in der Praxis: durch Einhaltung der Untersuchungstermine und Reduzierung von Begleitpersonen in der Praxis.
  • Alle Räume werden kontinuierlich durchlüftet.
  • Für Magenspiegelungen gelten besondere Kriterien und erhöhte Schutzmaßnahmen.

Darmkrebs­prävention darf nicht in den Hintergrund rücken. Denn eine Vorsorge-Koloskopie rettet Leben. Magen-Darm-Ärzte können bei der Vorsorge­unter­suchung Dickdarm­polypen mit mehr als 10 mm Durchmesser finden, aus denen einmal Darmkrebs werden könnte.

Deshalb möchten wir Sie an die Notwendigkeit einer Darmkrebs­vorsorge­unter­suchung erinnern. Gehen Sie auf Ihren vertrauten Arzt zu und informieren Sie sich. Immerhin geht es auch bei diesem Thema um Ihre Gesundheit!