Welt-Hepatitis-Tag

Gute Aussichten für die kranke Leber

(27.07.2020) "Unter dem Eindruck von Covid-19 geraten andere, weit verbreitete und ebenfalls potenziell lebensbedrohliche Viruserkrankungen zurzeit etwas aus dem Blick", mahnt Prof. Dr. Wolf Peter Hofmann vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. Anlässlich des Welt-Hepatitis-Tages am 28. Juli 2020 äußert er sich optimistisch, dass durch Viren ausgelöste chronische Leberentzündungen immer besser medikamentös in den Griff zu bekommen sein werden.

"Das größte Problem der chronischen Erkankungen der Leber ist, dass Entzündungen dieses Organs schleichend voran schreiten. Die Betroffenen merken oft lange nichts davon, dass ihr wichtigstes Stoffwechselorgan langsam, aber stetig immer weiter Schaden nimmt und schließlich ernsthaft gefährdet ist", erklärt der niedergelassene Hepatologe. "Lange Zeit gab es nur wenig Möglichkeiten, fortgeschrittene Gewebeveränderungen wieder auszuheilen und insbesondere virale Krankheitsverursacher auszuschalten. Das hat sich heute geändert: Die Hepatits B kann kontrolliert und die Hepatits C sogar ausgeheilt werden. Und die Hoffnungen für die Zukunft sehen noch besser aus: Die WHO strebt an, dass die Hepatits C bis 2030 ganz von der Welt verschwunden ist. Neue Wirkstoff-Entwicklungen berechtigen die Zuversicht, dass auch die Hepatits B und deren besonders gefährliche Kombination mit Hepatits D in wenigen Jahren geheilt werden können."

Eine unverzichtbare Vorraussetzung für die Behandlung bleibt, dass chronische Lebererkrankungen rechtzeitig erkannt werden. Die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte fordern deshalb seit langem, dass der Check-Up für die Leber als regelmäßige Vorsorgemaßnahme im Leistungskatalog der Krankenkassen verankert wird. Alle Bürger sollten die Möglichkeit haben, ihre Leberwerte regelmäßig vom Hausarzt kontrollieren zu lassen.

Darüber hinaus haben sich die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte auf die Fahnen geschrieben, in ihren Praxen stets optimierte Diagnose- und Therapieverfahren für ihre Patienten vorzuhalten. Über ihren Berufsverband (bng) haben sie Behandlungsempfehlungen für virale und andere (autoimmunologische) Leberentzündungen erarbeitet, die Qualitätsstandards in der ambulanten Therapie definieren. Außerdem engagieren sie sich in der Versorgungsforschung. Das bedeutet, dass sie anonymisierte Patientendaten in Registern wie dem Deutschen Hepatitis C-Register oder dem neu initiierten Fettleber-Register erfassen, um Akzeptanz und Verträglichkeit der Therapien untersuchen und immer weiter verbessern zu können.

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