Schutzausrüstung in der Arztpraxis

Bleiben niedergelassene Magen-Darm-Ärzte auf den Kosten sitzen?

„Auch in Krisen-Zeiten müssen Fachärzte die ambulante Versorgung ihrer Patienten aufrecht erhalten“, konstatiert Dr. Albert Beyer vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng). „Im Verlauf der Corona-Pandemie waren die offiziellen Bezugsquellen oft nicht in der Lage, in ausreichendem Maße Schutzausrüstung zu beschaffen. Die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte waren deshalb gezwungen, eigeninitiativ Schutzmasken, Schutzkittel und anderes zu organisieren. Für die Kosten will allerdings jetzt vielerorts niemand aufkommen.“

Die Organisation von Schutzausrüstung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung lag und liegt in den Händen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen), die in den Bundesländern für die Abwicklung der vertragsärztlichen Versorgung zuständig sind. Alle KVen haben sich bemüht, aufgrund der von staatlicher Seite sehr begrenzten Versorgung selbstständig Schutzausrüstung zu organisieren. Aber aufgrund der bekannten Engpässe konnten nur die KVen in Hessen, Westfalen-Lippe und Sachsen-Anhalt zeitnah ausreichend Schutzausrüstung besorgen und an die Praxen niedergelassener Ärzte verteilen. Und selbst dort traf das Material zunächst nur mit Verzögerung ein.

Niedergelassene Magen-Darm-Ärzte mussten sich deshalb in der ganzen Republik selbst Masken und Schutzausrüstung organisieren. Dabei haben sie in der Krise ja nicht nur ihre eigenen Patienten behandelt, sondern darüber hinaus in beträchtlichem Maße auch Patienten von Kliniken übernommen, die ihre Endoskopie-Abteilungen herunter fahren mussten. Von Anfang an gab es die Zusage, dass sie entstehenden Kosten ersetzt bekommen werden. Leider gibt es dafür bisher nur in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Westfalen-Lippe und Baden-Württemberg entsprechende Regelungen. In den anderen Bundesländern wird die Kostenerstattung auf die lange Bank geschoben. Insbesondere in den bevölkerungsreichen Regionen Bayern, Nordrhein und Sachsen ist keine Erstattungsregelung in Sicht.

Einige KVen versuchen offenbar, zunächst, die eigenen Ausgaben für Schutzausrüstung – die in unseren Praxen nur unzureichend ankommt! – mit den Kassen zu verhandeln und stellen damit die Interessen ihrer Mitglieder hinten an“, beklagt Dr. Beyer.

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