Plädoyer für das Erfolgsmodell

2021 - ein besonderes Jahr für die Darmkrebsvorsorge

"Das Einladungsverfahren zur Darmkrebsvorsorge zeigt Wirkung. Das belegen die Zahlen aus den ersten neun Monaten nach der Einführung: Die Inanspruchnahme durch die Bürger nahm um ca. 25 Prozent zu", sagt Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. "Lassen Sie uns diesen Aufschwung in 2021 neu beleben und das Jahr zu einem Erfolg im Kampf gegen den Darmkrebs machen!"

 

Der Beginn der Corona-Krise hatte zu einem vorübergehenden Nachlassen der Vorsorgebereitschaft geführt. Inzwischen haben die Menschen aber längst erneut Vertrauen in die Sicherheit in den Praxen der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte gefasst und kommen wieder zur Darmspiegelung. "Wir sind sehr froh, dass es den Praxen gelungen ist, die Versorgung der Patienten schon ganz kurze Zeit nach dem ersten Lockdown wieder auf fast normalen Level anbieten zu können", betont Dr. Mainz. "Möglich war dies nur dank angepasster Hygiene- und Schutzmaßnahmen sowie des unermüdlichen Engagements unseres Praxispersonals."

Für den Kampf gegen den Darmkrebs war das unabdingbar. Denn in Deutschland erkranken jeden Tag mehr als 150 Menschen neu an Darmkrebs. Selbst unter besten Versorgungsbedingungen versterben ein Drittel dieser Patienten an ihrem Tumorleiden - achtmal mehr als Opfer im Straßenverkehr. "Die Vorsorge-Darmspiegelung ist die beste Chance, um dieser Gefahr zu entgehen", erklärt die Magen-Darm-Ärztin. "Allein in den ersten zehn Jahren des Screening-Programms konnten damit 180.000 Darmkrebsfälle verhindert werden. Das Einladungsverfahren hat einen neuen Motivationsschub erzeugt. Es wird weiter zu einer verbesserten Nachfrage beitragen."

Allerdings sieht Frau Dr. Mainz durchaus Verbesserungsbedarf: "Wünschenswert wäre eine prägnantere Formulierung der Einladung zum Screening, um die informierte Entscheidung für den Vorsorge-Termin beim Magen-Darm-Arzt zu erleichtern." Notwendig wäre darüber hinaus eine gesetzliche Präzisierung, die eine gezieltere Ansprache von Risikogruppen einbezieht. Die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte setzen sich seit langem dafür ein, Angehörige von Darmkrebs-Betroffenen bezüglich ihres erhöhten Erkrankungsrisikos aufzuklären. Inakzeptabel ist darüber hinaus das Durcheinander bei der Frage, ob eine Darmspiegelung nach positivem immunologischen Stuhltest Vorsorge ist oder nicht. "Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie besser gleich zur Darmspiegelung kommen. Der Stuhltest gibt nur einen Hinweis, erst die Darmspiegelung bringt Sicherheit. Früherkennung ohne Abklärung ist keine Früherkennung!", macht Dr. Mainz unmissverständlich klar.

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