Nicht vergessen

Darmkrebs fordert auch in der Corona-Krise Opfer

"Am Ende des Jahres werden in Deutschland rund 50.000 Menschen an Darmkrebs verstorben sein", erklärt die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte Dr. Dagmar Mainz. "Auch wenn Corona im Moment das alles beherrschende Thema ist, dürfen wir darüber nicht die vermeidbaren Tumorerkrankungen vergessen!"

Darmkrebs kann durch Vorsorge verhindert bzw. bei frühzeitiger Entdeckung in vielen Fällen geheilt werden. "Die Corona-Krise macht eins sehr deutlich", sagt Dr. Mainz, "wenn sich die ganze Aufmerksamkeit auf ein Gesundheitsproblem richtet, dann können erstaunlich viele Kräfte und Gelder mobilisiert werden, um der Gefahr Herr zu werden. Das ist gut so. Wir meinen allerdings, dass die Darmkrebsvorsorge genauso viel Aufmerksamkeit verdient."

Leider ist in Deutschland zurzeit das Gegenteil der Fall. Die Darmkrebsvorsorge wird durch eine neue Gebührenordnung abgewertet. "Die Krankenkassen", so Dr. Mainz, "laden Menschen ein, eine Früherkennungsuntersuchung in Anspruch zu nehmen, verweigern aber zugleich die Finanzierung der geforderten Qualität und des benötigten Personals. Statt Kostensteigerungen der vergangenen Jahre von 30 bis 40 Prozent auszugleichen, ist die Vergütung um fast 10 Prozent reduziert worden!"

Es ist unbestritten, dass die Darmspiegelung eine effektive und sichere Methode ist, um durch die frühzeitige Abtragung von Polypen als potenziellen Tumorvorstufen Darmkrebs zu verhindern. "Auch im new normal der Corona-Pandemie ist durch die hohen Infektionsschutzmaßnahmen der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte für umfassende Sicherheit gesorgt", betont Dr. Mainz. "Qualität hat aber ihren Preis. Die Abwertung der Darmspiegelung torpediert den erfolgreichen Kampf gegen den Darmkrebs in Deutschland."

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