Magen-Darm-Ärzte wehren sich

Hygienekosten laufen aus dem Ruder

Die Kosten für die hygienische Aufbereitung von endoskopischen Instrumenten läuft in den Praxen der niedergelassenen Fachärzte aus dem Ruder, weil die Krankenkassen seit Jahren nicht bereit sind die anfallenden Kosten in angemessener Weise zu finanzieren. "Das kann so nicht weitergehen", sagt Dr. Albert Beyer vom Berufsverband der Magen-Darm-Ärzte (bng). "Wir werden diese Situation so nicht weiter hinnehmen."

Die Anforderungen an Hygiene in den Praxen der niedergelassenen Fachärzte sind in den vergangenen Jahren immer höher geschraubt worden, die Kontrollen durch die Behörden wurden immer schärfer. Die Umsetzung der immer umfassenderen Hygienevorschriften und der Vorgaben des Robert Koch-Instituts haben zu ständig steigenden finanziellen und zeitlichen Zusatzbelastungen in den Vertragsarztpraxen geführt. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat die anfallenden Kosten für invasiv tätige Internisten überschlagmäßig mit jährlich mehr als 60.000 Euro je Praxis beziffert.

"Die Kassen nutzen schamlos die unsererseits erfüllte Selbstverpflichtung zu Hygienemaßnahmen aus und entziehen sich ihrerseits der Verpflichtung, die dafür notwendige Finanzierung zu übernehmen", konstatiert Dr. Beyer und kündigt an, dass die Facharztinternisten in gemeinsamem Schulterschluss Gegenmaßnahmen ergreifen werden. "Wir werden unsere Patienten über die desolate Situation informieren und sie auffordern, sich an ihre Krankenkassen zu wenden."

Wenn die Krankenkassen die Finanzierung der Aufbereitung von endoskopischen Geräten nicht in akzeptablem Umfang regeln, werden Facharztpraxen die Konsequenzen ziehen und bestimmte, besonders unterfinanzierte Leistungen vorübergehend nicht mehr anbieten. "Im Bereich der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte bedeutet dies, dass zum Beispiel eine Zeit lang keine nicht zwingend erforderlichen Magen-Spiegelungen mehr durchgeführt werden. Patienten, die dennoch eine solche Untersuchung haben möchten, müssen dann von ihrer Krankenkasse eine Übernahme für die Kosten der anfallenden Geräte-Reinigung einfordern", erklärt Dr. Beyer.

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