Magen-Darm-Ärzte engagieren sich

Gegen Impfmüdigkeit und für Patientensicherheit

"Alles auf einmal" ist die Devise der Politik - Kreuzimpfungen, elektronische Patientenakte und Hygienevorgaben stellen die Praxen vor große Herausforderungen.

"Wir Magen-Darm-Ärzte engagieren uns natürlich in der Impfkampagne gegen das Coronavirus. Wir betreuen viele junge, chronisch kranke Menschen, die oft gar keinen zusätzlichen Hausarzt haben. Seit Beginn der Immunisierungen in den Praxen konnten wir viele unserer Patientinnen und Patienten bereits impfen", erklärt die Sprecherin des Berufsverbandes der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng), Priv.-Doz. Dr. Katja Klugewitz.

"Zu Beginn hatten wir eine ungeheuer hohe Nachfrage mit hunderten Emails und Anrufen. Seit Kurzem lässt die Nachfrage spürbar nach, Impftermine werden nicht wahrgenommen oder lassen sich gar nicht mehr besetzen. Erstmalig mussten Impfstoffe sogar verworfen werden", bedauert Frau Dr. Klugewitz. "Wir benötigen einfache und wohnortnahe Impfangebote. Viele Menschen sind nach meinem Eindruck eher des Hin-und-Her in der Politik und der komplizierten Wege rund ums Impfen müde. Unsere Praxis hatte deshalb einen Aufruf in den sozialen Medien gestartet und zum Impfen ohne Termin eingeladen. Die Resonanz war überwältigend."

"Auch unter den Bedingungen der Pandemie konnten wir Magen-Darm-Ärzte unser Angebot aufrechterhalten und Vorsorge-Koloskopien anbieten. Viele Menschen wollten aber mit der Vorsorge 'bis nach Corona' warten, entsprechend mehr Krebserkrankungen mussten wir feststellen. Bitte lassen Sie sich impfen und kommen Sie zur Vorsorge", appelliert die Verbandssprecherin an Patientinnen und Patienten.

"Die Politik mutet uns im Moment ganz schön viel zu. Nicht nur, dass wir die elektronische Patientenakte zum 1. Juli implementieren müssen. Auch das Thema Kreuzimpfungen stellt uns vor kaum lösbare organisatorische Probleme. Wir Magen-Darm-Ärzte haben steigende Ausgaben für Hygiene ohne adäquate Gegenfinanzierung zu schultern. Die Pandemie hat diese chronische Unterdeckung noch weiter befeuert. Bei den Kolleginnen und Kollegen steigt der Unmut", berichtet Frau Dr. Klugewitz.

Zurück