Leistung in Corona-Zeiten würdigen

Medizinische Fachangestellte tragen einen großen Teil der Last

Sieben von acht Corona-Infizierten werden in den Praxen niedergelassener Ärzte versorgt. Das wäre ohne Medizinische Fachangestellte (MFA) nicht möglich. Weil sie an vorderster Front tätig sind, gehören sie neben den Bediensteten in Altenpflege und stationärer Krankenpflege zu der Berufsgruppe, in der die meisten Infektionen mit COVID-19 aufgetreten sind.

"Die Rolle der MFAs in der Krise ist bisher nicht ausreichend gewürdigt worden", betont denn auch Dr. Albert Beyer vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng). "Rund 30 Prozent der gastroenterologischen Praxen haben während der Hochphase der Pandemie Untersuchungen aus dem stationären Bereich übernommen, weil Krankenhäuser ihre Untersuchungseinheiten geschlossen hatten. Diesen Bedarf konnten wir nur decken, weil wir uns auf unser Praxispersonal verlassen konnten."

Erschwert wurde die Arbeit in den Praxen der Magen-Darm-Ärzte, als Schutzausrüstung in Zeiten des Mangels vorrangig an Krankenhäuser verteilt worden ist und die Praxen erst sehr spät und meistens unzureichend versorgt wurden. "Auch wenn keine Chance bestand, ausreichend Schutzausrüstung zu erhalten, haben unsere MFA selbstlos und ohne Diskussionen ein hohes Risiko auf sich genommen", erklärt der Verdauungsmediziner.

Eine Bonuszahlung - analog der Zahlung an die Pflegekräfte im stationären Bereich - ist aus Sicht der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte überfällig. "Aus unseren begrenzten Budgets können wir das nicht stemmen", so Dr. Beyer, "zumal die Personalkosten im Rahmen der aktuellen Kassenvergütung sowieso zu niedrig angesetzt und unterfinanziert sind. Hier ist die Gesellschaft gefordert, für einen anerkennenden Ausgleich zu sorgen."

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