Keine Scheu vorm Arztbesuch

Therapieabbruch ist riskanter als Corona

"Patienten mit schweren oder chronischen Erkrankungen der Verdauungsorgane sind auf ihre Behandlung angewiesen", sagt Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. "Wer eine Therapie abbricht, riskiert eine Verschlimmerung des Krankheitsverlaufs. Wir Magen-Darm-Ärzte fahren so hohe Sicherheitsstandards in unseren Praxen, dass niemand aus Angst vor Corona auf einen Arztbesuch verzichten muss."

Auch akute Beschwerden des Verdauungssystems müssen ernst genommen werden. Sie können auf schwerwiegende und mitunter sogar auf die Dauer lebensbedrohliche Erkrankungen von Leber, Magen, Darm oder Bauchspeicheldrüse hindeuten. Dann ist eine rasche Untersuchung nötig, um frühzeitig Schlimmeres zu verhindern.

"Beispielhaft für unbegründete Ängste von Patienten in der Corona-Krise sind die Bedenken gegenüber Chemotherapien", erläutert der Berufsverbandsvorsitztende Dr. Albert Beyer. "Denn aktuelle Untersuchungen aus den USA belegen, dass Krebspatienten mit einer unkontrollierten Tumorerkrankung fünfmal häufiger an einer Covid-19-Infektion versterben als Patienten mit einer kontrollierten Tumorerkrankung."

"Die Krebstherapie soll auf jeden Fall fortgeführt werden und darf nicht unterbrochen werden", sagt auch Prof. Dr. Birgit Kallinowski. "Wir würden den Patienten eher gefährden, wenn wir eine laufende Therapie unterbrechen." Die niedergelassene Magen-Darm-Ärztin und Krebstherapeutin hat in einer online-Talk-Runde des Berufsverbandes, erläutert, welche Maßnahmen dafür sorgen, dass die Patienten sicher in der Praxis behandelt werden können.

"Lassen Sie sich nicht durch den Lockdown dazu verleiten, notwendige Untersuchungen und Behandlungen beim Magen-Darm-Arzt abzusagen", warnt Dr. Mainz. "Wir tun auch im Lockdown alles, was möglich ist, um Ihre Beschwerden trotz Corona unter Kontrolle zu bringen, schwere Krankheitsverläufe zu verhindern und Ihnen die Darmkrebsvorsorge zu ermöglichen."

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