Impfbeschleuniger

Im Kampf gegen Corona gilt es, alle Register zu ziehen

"In Arztpraxen könnten bundesweit bis zu 5 Millionen Impfdosen in der Woche gegen das COVID-19-Virus verabreicht werden", sagt die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Dagmar Mainz. "Dass dieses Potenzial bei weitem noch nicht ausgeschöpft wird, liegt nicht nur am Impfstoffmangel. Leider werden immer noch nicht alle impfbereiten Ärzte eingebunden. Das könnte besser werden. Wir Fachärzte stehen für Impfungen ebenso bereit wie unsere hausärztlichen Kollegen."

Bereits Anfang März haben mehr als 90 Prozent der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte in Bayern bei einer verbandsinternen Umfrage ihre Bereitschaft erklärt, sich an den Corona-Impfungen zu beteiligen. "Die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte impfen Woche für Woche genauso regelmäßig wie ihre anderen Kolleginnen und Kollegen in den Arztpraxen bundesweit. Sie kennen ihre Patienten und deren Erkrankungen, können individuell beraten und die besonderen Impfrisiken unter den Bedingungen chronischer Erkrankungen einschätzen", betont Dr. Mainz.

Der Corona-Impfindex des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung (ZI) weist aus, dass in den Arztpraxen in den ersten zehn Tagen seit Beginn ihrer Beteiligung an den Impfungen am 6. April nur knapp 2 Millionen Impfdosen verabreicht worden sind, obwohl hier bis zu 5 Millionen Impfungen pro Woche durchgeführt werden könnten. Das hat auch etwas damit zu tun, dass zwar grundsätzlich alle Haus- und Fachärzte impfen dürfen, dies aber in den einzelnen Bundesländern durchaus unterschiedlich umgesetzt wird.

"Um die Pandemie-Situation schnell zu entschärfen, müssen alle an einem Strang ziehen und entschlossen handeln. Es gibt aber offensichtlich noch einige, die das nicht verstanden haben", erklärt Dr. Mainz. "Eine regionale Beschränkung auf Hausärzte limitiert die Verfügbarkeit von Impfmöglichkeiten und verzögert so die Durchimpfung der Bevölkerung und das Erreichen der Herdenimmunität."

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