Helicobacter pylori

Jeder zweite hat es, jeder fünfte von ihnen wird krank

Patienten, die Protonenpumpenhemmer zur Reflux-Behandlung, ASS zur Blutverdünnung oder nicht-steroidale Antirheumatika dauerhaft einnehmen, sind besonders gefährdet, an den Folgen einer Infektion mit dem Magenkeim Helicobacter pylori zu erkranken. Die in diesem Jahr aktualisierten Behandlungsleitlinien empfehlen, in diesen Fällen eine vorsorgliche Eradikation, also die medikamentöse Beseitigung des Erregers, zu erwägen.

"Eine solche Behandlung lindert nicht nur die akuten Beschwerden bei einer Magenschleimhautentzündung, einem Magen- oder einem Zwölffingerdarmgeschwür, sondern verhindert auch die erneute Bildung von Geschwüren und die Entstehung eines Magenkarzinoms", erklärt die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Dagmar Mainz. Bei nahen Verwandten von Magenkrebspatienten oder bei Menschen, die bereits eine Krebserkrankung in der Frühphase durchgemacht haben, rät die Fachgesellschaft der Magen-Darm-Ärzte zudem auch dann zu einer Behandlung, wenn die Betroffenen keine Beschwerden haben.

"In den meisten Fällen bleibt die Infektion mit dem Magenkeim ohne Folgen", betont Dr. Mainz. "Nichtsdestotrotz wissen wir, dass etwa 20 Prozent der infizierten Menschen Beschwerden entwickeln und zum Teil ernsthaft erkranken. Medikamente, die langfristig die Schleimhäute von Magen und den oberen Darmabschnitten beeinträchtigen, erhöhen das Risiko. Bei ihnen kann der Magen-Darm-Arzt mit speziellen Testverfahren feststellen, ob trotz Beschwerdefreiheit eine Infektion mit Helicobacter besteht. Sollte dies der Fall sein, wird er mit dem Patienten in aller Ruhe besprechen, ob eine Eradikationstherapie anzuraten ist."

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