Gesundheitsversorgung in Corona-Zeiten

Hepatitis C-Therapie muss weiterlaufen

Eine Umfrage des Deutschen Hepatits C-Registers unter den teilnehmenden Leberzentren spiegelt exemplarisch die Verunsicherung wider, die die Coronakrise bei chronisch erkrankten Menschen ausgelöst hat. Viele Leberpatienten haben anstehende Untersuchungs- und Behandlungstermine abgesagt.

Die Ergebnisse der aktuellen Umfrage zeigen, dass im Lockdown im Frühjahr mehr als zwei Drittel der Fachpraxen für Lebererkrankungen ihre Lebersprechstunde vorübergehend einschränken oder sogar ganz einstellen mussten. Der Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng) hatte sehr schnell reagiert und zusätzliche Hygiene-Maßnahmen empfohlen, die an die Corona-Risiko-Lage angepasst waren. Zudem haben sehr viele Leberärzte ergänzende Sprechstundenangebote per Telefon oder Video angeboten. So war es möglich, dass ab Juli wieder eine reguläre Versorgung der Patienten gewährleistet werden konnte.

Dennoch sanken die Zahlen für Erstbehandlungen der Hepatitis C mit einer antiviralen Therapie von März bis Mai deutlich im Vergleich zum selben Zeitraum in 2019. "Glücklicherweise kam es nach Einschätzung der Mehrheit der Zentren mittel- und langfristig zu keiner Unterversorgung", betont Dr. Dietrich Hüppe, bng-Leberexperte und Wissenschaftlicher Leiter des DHC-R. "Sorge bereitet uns aber, dass aufgrund der Pandemie-bedingten Einschränkungen gerade akut lebensbedrohliche Komplikationen wie ein Organversagen im Zusammenhang mit einer Leberzirrhose in erheblichem Maß verspätet erkannt wurden."

Das 2003 von niedergelassenen Magen-Darm-Ärzten ins Leben gerufene Deutschen Hepatits C-Register (DHC-R) wird heute von der Deutschen Leberstiftung in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng) geführt. Darin werden Behandlungsdaten zusammengetragen, um die Effektivität und die Sicherheit der Therapien im Praxisalltag zu dokumentieren und auf dieser Basis immer weiter zu verbessern.

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