Gastroenterologie

Eine unverzichtbare Domäne der ambulanten Versorgung

Darmkrebs, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, chronische Leberentzündungen und Enddarmerkrankungen gehören zu den Krankheiten des Verdauungssystems, die in der Praxis eines niedergelassenen Magen-Darm-Arztes behandelt werden. Sein Spezialgebiet ist die Gastroenterologie, die in der ambulanten Versorgung zu Recht einen hohen Stellenwert hat.

"Neben der kontinuierlichen ambulanten Betreuung unserer chronisch kranken Patienten bilden wir niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte das Rückgrat für die endoskopische Diagnostik und Therapie in Deutschland", sagt der Berufsverbandvorsitzende Dr. Albert Beyer. "Mit 1,8 Millionen ambulant durchgeführten Darmspiegelungen decken wir in diesem Bereich nahezu die komplette endoskopische Versorgung ab. Nach einer Längsschnittserhebung der Techniker Krankenkasse werden nur knapp 20% der Koloskopien im stationären Bereich erbracht."

Die Zahl zugelassener gastroenterologisch tätiger Ärzte ist in den Jahren 2016 bis 2018 um 4,8% angestiegen. Von den 2027 in diesem Fachgebiet zugelassenen Ärzten arbeiteten 1148 (56,7%) in niedergelassenen Praxen, 17,2% als Angestellte in einem MVZ, nur 26,2% sind primär dem stationären Bereich zuzurechnen. Entgegen der oft gehegten Behauptung, dass die Niederlassung nicht mehr zeitgemäß sei oder der "Lebensplanung" der jüngeren Generation widerspreche, ist, so Dr. Beyer, eine Zunahme der Ärzte in vertragsärztlicher Tätigkeit von 2,8% zu beobachten: "Die Tätigkeit in der Niederlassung ist also unverändert attraktiv."

Dennoch herrscht Knappheit beim Nachwuchs. Die Anzahl der stationär tätigen Magen-Darm-Ärzte ist in den letzten zwei Jahren um 12% gesunken. Politische Maßnahmen wie die "Landarztquote" gehen - bei einer unverändert zu niedrigen Anzahl an Studienplätzen - auf Kosten der Ausbildung und der Nachwuchssituation auch in der Gastroenterologie. Bevor jetzt absehbare Forderungen nach einer "Facharztquote" erhoben werden, ist es an der Zeit, dass die Politik kurzfristig die Kapazitäten der Medizinischen Hochschulen erhöht und so adäquaten und bedarfsgerechten Nachwuchs in allen Fachdisziplinen sicherstellt.

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