Fettleber breitet sich rasant aus

Experten rechnen mit 20 Mio. Erkrankten in 2030

Die nicht-alkoholische Fettleber-Erkrankung ist mit Abstand die verbreiteteste Form der Leberentzündungen in Deutschland. Schätzungen zufolge sind rund 17 Mio. Bürger betroffen, Tendenz steigend. Im Vergleich dazu leiden nur etwa 250.000 Deutsche an einer chronischen Hepatitis C. Während letztere heute mit Medikamenten gut behandelt werden kann, sind die Wirkstoffe für die Therapie der Fettleber noch in der Entwicklung.

Die starke Zunahme der nicht durch Alkohol bedingten Fettleber-Erkrankung hängt sowohl mit der demographischen Entwicklung als auch mit der steigenden Anzahl von Menschen mit Übergewicht und Typ 2-Diabetes zusammen. Die gravierenden Konsequenzen für die Lebergesundheit sind heute erst begrenzt sichtbar, weil sich die chronische Schädigung dieses wichtigen Stoffwechselorgans über lange Zeit und unbemerkt entwickelt. Dann aber wird die Erkrankung manifest und es drohen irreparable Schäden bis hin zum totalen Funktionsausfall.

Der Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte setzt sich dafür ein, dass die Bestimmung der Leberwerte als Leistung in den Check-up 35 aufgenommen wird. "Das verborgene Risiko wird sichtbar, wenn der Hausarzt regelmäßig bei Kontrolluntersuchungen die Leberwerte bestimmt", erklärt Prof. Hofmann. "Wenn die Normwerte in Ordnung sind, muss man sich weniger Sorgen machen. Anderenfalls sollte man entschlossen handeln, bevor es zu spät ist. Rechtzeitig erkannt, können eine konsequente Diabetes-Behandlung und eine Umstellung der Lebensgewohnheiten mit Gewichtsreduktion den Krankheitsverlauf stoppen."

Um die Kenntnis über die aktuelle Verbreitung der Fettleber-Erkrankung in Deutschland zu verbessern und damit eine Grundlage für die Bewältigung der zu erwartenden diagnostischen und therapeutischen Herausforderungen zu schaffen, hat der Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte im Februar 2018 die Einrichtung eines Deutschen Fettleber-Registers initiiert.

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