Darmkrebsvorsorge

Einladungsverfahren angelaufen

Der Gesetzgeber hat die Krankenkassen verpflichtet, ihre Mitglieder zwischen 50 und 65 Jahren ab 1. Juli 2019 alle fünf Jahre schriftlich über die Darmkrebsvorsorge zu informieren und sie zur Untersuchung einzuladen. Der Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen hat die Magen-Darm-Ärzte befragt, ob diese Neuerung in der Praxis angekommen ist.

 

Etwa 25 Prozent aller Praxen von niedergelassenen Magen-Darm-Ärzten haben sich an einer verbandsinternen Umfrage beteiligt. 66.5 Prozent der Befragten stellten eine Zunahme nach Vorsorgekoloskopien seit dem 1.7.2019 fest. 56 Prozent ihrer Patienten berichten, dass sie von der Krankenkasse angeschrieben worden sind. 21 Prozent der befragten Ärzte haben angegeben, dass sie aufgrund ihrer Praxisabrechnung im 3. und 4. Quartal 2019 einen Anstieg bei den Vorsorgekoloskopien um 14 Prozent verzeichnet haben. Bereits seit 2012 können Patienten zehn Jahre nach der ersten Vorsorgekoloskopie eine weitere Darmspiegelung durchführen lassen. 40 Prozent der Kollegen haben im Zuge der Umfrage berichtet, dass der Anteil der 2. Vorsorge-Untersuchung  jetzt bei bis zu 15 Prozent der Vorsorge-Untersuchungen liegt.

„Diese erste Befragung macht deutlich, dass das Einladungsverfahren bei Bürgern und Untersuchern angekommen ist“, erklärt der Darmkrebs-Experte des Berufsverbandes, Dr. Dietrich Hüppe. „Es zeigt sich, dass die intensiven Bemühungen im Vorfeld der schleppenden Einführung trotz der frustrierenden Überziehung sämtlicher gesetzlichen Fristen letzten Endes von Erfolg gekrönt sind. Wir Magen-Darm-Ärzte haben kein Verständnis dafür, dass die zuständigen Behörden und die Krankenkassen jetzt außer Stande sind, die positiven Auswirkungen zu dokumentieren und zu belegen, die diese Maßnahme auf die Rate der Darmkrebserkrankungen und der dadurch bedingten Sterblichkeit haben wird. Darmkrebs kann verhindert bzw., wenn er rechtzeitig erkannt wird, geheilt werden. Jede Maßnahme, die dazu beiträgt, die Bevölkerung von der Vorsorge zu überzeugen, hilft viel unnötiges Leid zu vermeiden.“

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