Chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Biologika-Therapie verbessert Darmflora

Für Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) steht mit der modernen Biologika-Therapie eine erfolgreiche Behandlungsstrategie zur Verfügung, die es erlaubt, die in Schüben verlaufenden Darmentzündungen unter Kontrolle zu halten. Die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte haben mit vielen Krankenkassen Versorgungsverträge vereinbart, die eine solche leitliniengerechte Therapie ermöglichen.

"Der Erfolg der ambulanten Behandlung spiegelt sich auch in den Ergebnissen aktueller Studien wider", erklärt Priv.-Doz. Dr. Bernd Bokemeyer, der CED-Experte vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng). "Es ist schon lange bekannt, dass die Darmflora von CED-Patienten gegenüber der Darmflora von darmgesunden Menschen verändert ist. Bei erfolgreicher Einnahme von Biologika scheint sich die Bakterienpopulation im Darm zu normalisieren."

Es spricht einiges dafür, dass das Ansprechen der Patienten auf eine Biologika-Therapie davon abhängen könnte, wie die Darmflora der Betroffenen beschaffen ist. "Wir sind aber noch lange nicht soweit, den Einfluss von Mikroorganismen auf den Krankheitsverlauf im Einzelnen zu verstehen", sagt Dr. Bokemeyer, "aber es wird immer deutlicher, dass individuelle Aspekte eine entscheidende Rolle spielen und für die Therapie berücksichtigt werden müssen."

Die Behandlung von Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ist komplex und erfordert spezielles Wissen. Die betroffenen Patienten bedürfen häufig einer intensiven medizinischen Betreuung. Deshalb bietet der bng dem medizinischen Fachpersonal in den Praxen in Kooperation mit dem Kompetenznetz Darmerkrankungen eine Fortbildung zur CED-Fachassistenz an. Künftig werden in CED-Schwerpunktpraxen vermehrt qualifizierte Praxisangestellte den Arzt bei der individuellen Betreuung der CED-Patienten unterstützen.

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