CED-Nurse

Spezialistin in der Betreuung chronisch Kranker

"Der Beruf einer Medizinischen Fachangestellten (MFA) in der Praxis eines niedergelassenen Magen-Darm-Arztes bietet Qualifikationsmöglichkeiten, die weit über die Routine der Patientenverwaltung hinausgehen und eine verantwortliche Einbindung in die Betreuung chronisch kranker Patienten bedeuten", sagt Dr. Ulrich Tappe vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng).

Ein Beispiel ist die Versorgung von Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Menschen, die an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erkrankt sind, können derzeit nicht geheilt werden. Sie leiden unter teils schubartigen Krankheitsverläufen, die sie erheblich in ihrer Alltagsbewältigung und ihren sozialen Kontakten beeinträchtigen. Sie benötigen eine krankheitskontrollierende Behandlung mit modernen immunsupressiven/immunmodulierenden Medikamenten, die es ihnen ermöglichen trotz ihrer Erkrankung ein weitgehend normales Leben zu führen.

"Die Behandlung ist komplex und erfordert spezielles Wissen und die betroffenen Patienten bedürfen häufig einer intensiven medizinischen Betreuung", erklärt Dr. Tappe. "Eine CED-Nurse, also eine MFA mit der Ausbildung zur CED-Versorgungsassistenz, unterstützt den Arzt, indem sie als erste Anlaufstelle für den Patienten eine Lotsenfunktion übernimmt. Sie erleichtert den Zugang zur Praxis und kann mit auf die psychosoziale Situation des Patienten eingehen. Darüber hinaus entlastet sie den Arzt bei der Dokumentation, der Ernährungs- und Lebensberatung, beim Patienten- und Terminmanagement sowie bei der Unterweisung in Injektionstechniken."

Die Ausbildung zur CED-Nurse ist vom Kompetenznetz Darmerkrankungen ("CED-Fachassistenz") in Zusammenarbeit mit dem bng (PD Dr. Bernd Bokemeyer) entwickelt worden und ist jetzt seit drei Jahren als Fortbildungskurrikulum zur "Versorgungsassistenz CED" von der Bundesärztekammer anerkannt. Die erforderlichen Fachkurse werden vom Berufsverband/Kompetenznetz Darmerkrankungen unterstützt. Auch Krankenkassen honorieren den Einsatz einer CED-Versorgungsassistenz. Praxen, die eine CED-Nurse vorhalten, können an speziellen Programmen oder Selektivverträgen mit den Krankenkassen teilnehmen, über die die intensive Betreuungsleistung für diese chronisch erkrankten Patienten gesondert vergütet wird. Häufig werden dies CED-Schwerpunktpraxen im bng sein. Darüber hinaus wird das neue Berufsbild durch das Studienprojekt "CED-Bio-Assist" vom Innovationsfonds des Bundes gefördert und evaluiert. Die CED-Versorgungsassistenz ist als Wahlbestandteil der Ausbildung zur Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung anerkannt.

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