Behandlung chronischer Leberpatienten

Nur ein Geschäft für Idealisten?

Die Leber arbeitet still, leise und unermüdlich. Auch wenn wir ihre Tätigkeit nicht spüren: Ohne sie kann der Mensch nicht leben. Wenn sie erkrankt, geschieht dies schleichend über viele Jahre unbemerkt. Zum Zeitpunkt der Diagnose ist oft Holland in Not - dann sind die Betroffenen auf die Hilfe von niedergelassenen Magen-Darm-Ärzten angewiesen.

Viele Menschen in Deutschland leiden unter Leberschädigungen, ohne etwas davon zu wissen. Und es werden immer mehr, weil Veränderungen des Lebensstils immer öfter Stoffwechselstörungen auslösen, die die Leber schwer belasten. "Die Fettleber ist auf dem Vormarsch", warnt der Leberexperte vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng), Prof. Dr. Wolf Peter Hofmann. "Die Erkrankung wird sich rasch zu einem der vordringlichen Gesundheitsprobleme in Deutschland entwickeln. Unser Gesundheitswesen ist darauf nicht vorbereitet. Die Betreuung von Leberpatienten ist nur marginal im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen verankert."

Die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte haben mit der Etablierung von zertifizierten hepatologischen Schwerpunktpraxen schon 2003 die Weichen für eine hochwertige qualitätskontrollierte Versorgung von Leberpatienten geschaffen. Dieses Versorgungsangebot hat allerdings nie einen Niederschlag im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gefunden, sondern ist nur in Sonderverträgen anerkannt worden.

"Es ist eine traurige Tatsache, dass dem Magen-Darm-Arzt für die Betreuung der chronisch kranken Leberpatienten derzeit in der Regel nur 18 Euro pro Quartal zur Verfügung stehen", beklagt Prof. Hofmann. "Lebererkrankungen und ihre Folgen werden nach wie vor unterschätzt. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Patientenvereinigungen, Ärzteschaft, Krankenkassen und Politik sind gefordert, sich dieser Herausforderung zu stellen."

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