Austausch von Bio-Arzneimitteln in der CED-Therapie

Die Entscheidungshoheit bleibt beim Arzt

Ärzte sind zu einer wirtschaftlichen Verordnung von Arzneimitteln verpflichtet. "Das ist in Ordnung, solange ausschließlich der Arzt unter Berücksichtigung medizinischer Kriterien entscheiden kann, ob der Einsatz preisgünstiger Verordnungsalternativen im Einzelfall möglich ist", erklärt Dr. Albert Beyer vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng).

Der Verbandsvorsitztende äußert sich anlässlich der anstehenden Verschärfung bei der Verordnung von biotechnologisch hergestellten biologischen Arzneimitteln. "Der Ersatz von Originalmedikamenten durch preisgünstig hergestellte Nachahmerprodukte ist immer dann möglich, wenn er eine leitliniengerechte medizische Behandlung erlaubt", sagt Dr. Beyer und weist darauf hin, dass die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte die Vorgaben bei der Therapie von Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) mit den so genannten Biosimilars in enger Abstimmung mit den Krankenkassen schon seit fünf Jahren umsetzen.

"Für uns ist wichtig, dass auch die geänderte Verordnung keine Substitution von verordneten Biosimilars durch den Apotheker erlaubt", betont Dr. Beyer. "Nur so ist sichergestellt, dass medizinische Belange wie Verträglichkeit, Wirksamkeit und Interaktionen mit anderen Medikamenten angemessen in der Therapie berücksichtigt werden können."

Eine wirtschaftliche Verordnung ist für den Arzt nicht einfach, weil die Krankenkassen Rabattverträge mit den Arzneimittel-Herstellern vereinbaren, die den Ärzten nicht bekannt sind. Deshalb haben die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte in den vergangenen fünf Jahren spezielle Versorgungsverträge mit den Krankenkassen abgeschlossen, die eine gute, den medizinischen Anforderungen genügende und zugleich kosteneffiziente Behandlung für CED-Patienten sichergestellt haben.

"Bedauerlicherweise hat das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) den Nutzen dieser bewährten Vereinbarungen vor ein paar Wochen in Frage gestellt", berichtet Dr. Beyer. "Das hat dazu geführt, dass die Krankenkassen sich vorerst aus den Verträgen zurückgezogen haben. Wir bemühen uns derzeit intensiv um neue Anschlussverträge, um die sachgerechte und wirtschaftliche Verordnung für CED-Patienten auch weiterhin zu ermöglichen."

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