Ärztemangel

Sorge um die ambulante Versorgung

Nach einer aktuellen repräsentativen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen hält gut ein Viertel der Befragten den Mangel an Ärzten, Personal und Pflegekräften für die größte Herausforderung im Gesundheitswesen in den kommenden Jahren. Der anstehende Generationswechsel im ambulanten Bereich verschärft die Situation zusätzlich.

"Es wird immer wieder behauptet, die nachwachsende Ärzte-Generation sei nicht mehr bereit, Verantwortung zu übernehmen, und arbeite lieber angestellt", sagt Dr. Albert Beyer vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng). "Aus unserer Sicht ist das nicht verwunderlich, wenn die Rahmenbedingungen der kassenärztlichen Arbeit so unattraktiv sind, wie sie sind. Wenn sich der Einsatz lohnt, sind auch junge Kollegen durchaus bereit, in die Selbstständigkeit zu gehen."

Selbst Krankenhäuser, die ihren Ärzten Anstellungsverhältnisse und geregelte Arbeitszeiten bieten, können freie Stellen zurzeit kaum besetzen und greifen in großem Umfang auf Nachwuchsmediziner zurück, die ihre Ausbildung nicht in Deutschland absolviert haben. "Wir niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte beklagen seit langem die unzureichende und kaum zielorientierte Ausbildung an unseren Universitäten", erklärt Dr. Beyer. "Eine Vorbereitung auf eine mögliche Niederlassung findet kaum statt."

Der Blick allein auf den hausärztlichen Bereich greift zu kurz: Wenn die ambulante fachärztliche Versorgung nicht aufrecht erhalten werden kann, verliert Deutschland einen wichtigen Grundpfeiler der medizinischen Versorgung. Vor allem chronisch Kranke werden das zu spüren bekommen. Aber auch alle Menschen, die eine diagnostische Abklärung benötigen, werden schnell merken, wie begrenzt die stationären Kapazitäten in dieser Hinsicht sind.

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