3758 früh erkannte Darmtumoren in 2018

Vorsorge verschafft Gewissheit

"Fast alle untersuchten gesetzlich Versicherten mit Anspruch auf eine Vorsorge-Koloskopie konnten 2018 beruhigt nach Hause gehen", fasst Dr. Dagmar Mainz die aktuellen Zahlen zur Darmkrebsvorsorge zusammen. "Bei zirka der Hälfte aller Teilnehmer konnte ein unauffälliger Befund erhoben werden. Bei der anderen Hälfte fanden sich in fast allen Fällen Polypen oder gutartige Geschwulste, die im Zuge der Untersuchung entfernt wurden, um Darmkrebs zu verhindern. Bei 0,8 Prozent der Untersuchten wurde Darmkrebs entdeckt, so dass eine kurative Therapie mit guter Aussicht auf Heilung eingeleitet werden konnte, da der Tumor bei 9 von 10 Betroffenen rechtzeitig gefunden wurde."

Die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte nimmt Bezug auf die neusten Daten des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI), das von Anfang an den Auftrag hatte, den Erfolg des Darmkrebs-Screening-Programms zu dokumentieren und wissenschaftlich aufzubereiten. Dem aktuellen Bericht ist zu entnehmen, dass die zuvor jahrzehntelang ansteigende Zahl der Darmkrebsfälle in Deutschland in den ersten zehn Jahren nach Einführung der Vorsorgekoloskopie um schätzungsweise 17 bis 26 Prozent zurückgegangen ist. Männer sind etwa doppelt so oft von Darmkrebs betroffen wie Frauen. Die Erkrankungsrate nimmt mit dem Alter deutlich zu.

2018 haben 445.061 Versicherte eine Früherkennungskoloskopie in Anspruch genommen. Seit der Einführung 2002 bis Ende 2018 haben insgesamt rund 7,14 Mio. anspruchsberechtigte Bürger ihre Chance wahrgenommen, Darmkrebs zu verhindern bzw. rechtzeitig zu erkennen. Bei 70.183 Männern (34,0 %) und bei 54.376 Frauen (22,8 %) wurde 2018 ein gutartiges Geschwulst (Adenom) diagnostiziert, aus dem sich ein Darmkrebs entwickeln kann. Davon hatten 19.677 Männer (9,5 %) und 14.265 Frauen (6,0 %) bereits ein fortgeschrittenes Adenom. Bei 2.245 Männern (1,1 %) und 1.513 Frauen (0,6 %) wurde ein kolorektales Karzinom festgestellt.

"Leider sterben in Deutschland immer noch Jahr für Jahr fast 25.000 Menschen an Darmkrebs, obwohl vielen von ihnen durch die Vorsorge-Darmspiegelung dieses Schicksal erspart bleiben könnte", kommentiert Dr. Mainz die ZI-Zahlen. "Erfreulicherweise hat das 2019 eingeführte Einladungsverfahren zu einem erheblichen Anstieg der Nachfrage bei den Vorsorge-Untersuchungen geführt. Durch Corona hat diese positive Entwicklung zwar einen kurzzeitigen Dämpfer erfahren. Aber Gott sei Dank haben die konsequenten und erfolgreichen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen in den Praxen der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte das Vertrauen in die Sicherheit der Untersuchung längst wieder hergestellt. Niemand muss sich wegen einer geplanten Darmspiegelung Sorgen machen. Das Risiko einer Darmkrebserkrankung ist um vieles gravierender als alle anderen Bedenken."

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