Häufig gestellte Fragen zur Darmkrebs­vorsorge

Fragen zu Risiken

 

Kann sich aus Aphten Krebs entwickeln?

Aphtenähnliche Schleimhautveränderungen im Dickdarm treten zum Beispiel bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen auf. Die Aphten selbst sind keine Krebsvorstufen. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen jedoch, die im Dickdarm ausgeprägt sind, wie z.B. eine Colitis ulcerosa oder auch ein Morbus Crohn des Dickdarms, können ein erhöhtes Risiko für Dickdarmkrebs bedeuten. Daher sind beim Vorliegen dieser Erkrankungen je nach Ausprägung und Dauer regelmäßige Kontrollen durch Darmspiegelung zu empfehlen.

 

Haben Hämorrhoiden etwas mit Darmkrebs zu tun oder begünstigen diese den Darmkrebs?

Beides kann klar mit "nein" beantwortet werden. Sowohl Hämorrhoiden wie auch fortgeschrittene Polypen und Krebs können aber zu ähnlichen Beschwerden mit Blutabgängen führen. Daher sollte man sich bei einer Blutung niemals nur auf die Behandlung von Hämorrhoiden verlassen, sondern immer auch eine komplette Darmspiegelung durchführen lassen.

 

Meine Mutter starb mit 53 Jahren an Darmkrebs. Ab welchem Lebensjahr sollte ich zur Darmspiegelung gehen?

Man sagt in diesem Fall: Zehn Jahre vor dem Erkrankungsalter des Angehörigen. In einer solchen Situation sollten sich die erstgradigen Verwandten ab 43 Jahren unabhängig von Beschwerden untersuchen lassen. Bei akuten Beschwerden auch früher.

 

Ich bin durch meine Eltern vorbelastet, wie hoch ist die Gefahr, Darmkrebs zu bekommen? Wie hoch ist das Risiko für meine Kinder?

Es kommt darauf an, in welchem Alter die Eltern erkrankt sind und auch darauf, ob die Eltern an einem “normalen” Dickdarmkrebs erkrankt sind oder ob ein spezielles Polypen- oder Krebssyndrom vorliegt. Das heißt, die Beratung, ab welchem Alter und in welchen Zeitabständen Untersuchungen erfolgen sollten, ist individuell anhand dieser Befunde erforderlich. Bei “normalem” Dick- oder Enddarmkrebs sollten Verwandte ersten Grades auf jeden Fall zehn Jahre vor dem Erkrankungsalter des Angehörigen untersucht werden. Spätestens in einem Alter von 40 bis 45 Jahren. Je jünger die Verwandten waren, desto höher ist das Risiko. Ist der Verwandte schon vor dem 50-sten Lebensjahr erkrankt, kann eine genetische Beratung sinnvoll sein.

 

Bei mir wurde Reizdarm festgestellt, bin ich jetzt mehr gefährdet?

Nein. Der Reizdarm wird im Ausschlussverfahren diagnostiziert, bei dem in der Regel auch eine Darmspiegelung durchgeführt wird. Die Reizdarmerkrankung selbst birgt kein erhöhtes Risiko für Darmkrebs.

 

Ich habe Divertikel. Muss ich mir Sorgen wegen des Darmkrebsrisikos machen?

Nein, Divertikel sind kein Risikofaktor für Dickdarmkrebs. Allerdings möchte man bei Divertikeln doch einen geregelten Stuhlgang haben. Eine faserstoffreiche Kost ist hier empfehlenswert, ausreichendes Trinken und Bewegung - sofern man keine Entzündung der Divertikel hat. Nur bei der Divertikel-Entzündung muss man auf Körner und dergleichen verzichten.

 

Wie oft soll ich untersucht werden, wenn ich Colitis Ulcerosa habe?

Das richtet sich nach der Ausbreitung der Entzündung, der Erkrankung und der Erkrankungsdauer. Sie sollten sich von Ihrem Magen-Darm-Arzt beraten lassen.

 

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit zwischen zwei Darmspiegelungen im Abstand von fünf Jahren doch an Darmkrebs zu erkranken?

Sicher gering. Das persönliche Risiko ist aber von vielen Dingen abhängig. Wurden bei der ersten Untersuchung Polypen entfernt, wenn ja welche? War der Darm optimal gereinigt und beurteilbar? Wie "gut" ist der Untersucher? Wie sind Ihre persönlichen Risiken (Darmkrebs in der Familie, persönliche Risiken wie Rauchen, Übergewicht, Ernährung …)? Da Darmkrebs in der Regel langsam und aus Vorstufen entsteht, ist das Intervall für die Vorsorge-Koloskopie zehn Jahre, sofern Sie bei der ersten Untersuchung max. 64 Jahren alt waren.

 

Wie oft sollte eine Darmspiegelung wiederholt werden, wenn bei der ersten Untersuchung Polypen entfernt worden sind?

Das kann nicht so einfach beantwortet werden. Die Empfehlung zur Kontrolle richtet sich nach der Art der Polypen (hyperplastische Polypen oder Adenome) sowie nach der Art, Größe und Anzahl der Adenome. Hinzu kommt die Frage, ob die Adenome sicher komplett entfernt wurden. Normalerweise wird ein Bericht über das Untersuchungsergebnis und eine Empfehlung an den überweisenden Arzt gesendet, aus dem dies hervorgehen sollte. Falls Sie das nicht mit dem Hausarzt klären können, sollten Sie sich von dem Arzt, der die Untersuchung durchgeführt hat, beraten bzw. informieren lassen.

 

Wie lange braucht Darmkrebs, um sich lebensbedrohlich zu entwickeln?

Das ist schwierig zu sagen, weil man keine Untersuchung gemacht hat, bei der man jemanden beobachtet und abwartet, bis sich aus Polypen Krebs entwickelt. Man geht aber davon aus, dass die Dauer der Entstehung von Dickdarmkrebs aus einem kleinen Adenom (Polypen, die Vorstufen für Darmkrebs sind) etwa zehn bis 15 Jahre beträgt. Das heißt aber nicht gleich, dass dieser Krebs unheilbar ist.