Darmkrebs-Screening

Seit Oktober 2002 gibt es ein gesetzliches Früherkennungsprogramm. Es bietet ab dem 50. Lebensjahr einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl (Hämoccult-Test) an. Ab dem 56. Lebensjahr haben die gesetzlich Versicherten Anspruch auf eine Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs. Im Rahmen dieser Untersuchung werden gegebenenfalls Polypen entfernt, die ein Risikofaktor für die Entstehung des Tumors sind. Wenn die Erstuntersuchung vor dem 65. Lebensjahr stattgefunden hat, besteht nach zehn Jahren Anspruch auf eine weitere Darmspiegelung.

Nach Angaben des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) wurden bundesweit bis Ende 2010 bei Personen im Alter von 55 bis 84 Jahren 98.734 Darmkrebsfälle durch die Teilnahme an Früherkennungs-Darmspiegelungen verhindert. Weitere 47.168 Erkrankungen konnten in einem frühen, in den meisten Fällen heilbaren Stadium entdeckt werden.

Etwa sechs Prozent der Bundesbürger erkranken im Laufe ihres Lebens an Darmkrebs. Jedes Jahr sterben etwa 40 Prozent der Neuerkrankten, das sind rund 26.000 Menschen. Nach Lungenkrebs ist Darmkrebs die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Bei den Frauen steht er nach dem Brustkrebs an zweiter Stelle, bei den Männern nach dem Prostatakrebs.