Warum Darmkrebs-Vorsorge?

Darmkrebs ist eine schleichende Erkrankung, die meist unbemerkt fortschreitet. Er entsteht aus Vorstufen, die aus Veränderungen in der Darmschleimhaut – Polypen bzw. Adenomen – hervorgehen. Das Risiko steigt ab dem 50. Lebensjahr immer weiter an. Es besteht ein erhöhtes Risiko, wenn bereits nahe Verwandte an Darmkrebs erkrankt sind.

Im Zuge der Darmspiegelung (Koloskopie) sucht der Magen-Darm-Arzt nach den Darmkrebsvorstufen und entfernt sie. „Dadurch senken wir das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, drastisch“, versichert Dr. Jens Aschenbeck, der Darmkrebsexperte vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng). „Gleichzeitig können wir einen Darmkrebs, der sich schon manifestiert hat, früher erkennen und erhöhen so definitiv die Heilungsrate.“ Rechtzeitig entdeckt ist Darmkrebs heilbar. Je früher er entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen!

Nach den Daten aktueller Studien konnten durch die Vorsorge-Darmspiegelung (Koloskopie) in den ersten zehn Jahren des gesetzlich geregelten Screening-Programms rund 180.000 Darmkrebserkrankungen verhindert werden. Einem von 28 untersuchten Menschen konnte die Erkrankung an Darmkrebs erspart bleiben.

Studien zeigen auch, dass die Zahl der verhinderten Neuerkrankungen deutlich höher liegen könnte, wenn mehr Menschen das Angebot der Vorsorge-Koloskopie nutzen würden. Aufgrund der zu geringen Teilnahme am Screening-Programm, wird immer noch fast jeder zweite Darmkrebs-Patient erst spät diagnostiziert!