Kapselendoskopie

Mit der Kapselendokopie ist es erstmals möglich geworden, die innere Oberfläche des Dünndarms diagnostisch zu inspizieren. Vor allem für Darmblutungen mit unklarer Ursache und bei Patienten mit unklaren Unterleibsbeschwerden ist den Gastroenterologen damit ein wichtiges Werkzeug in die Hand gegeben worden. Leider wird die Methode zurzeit noch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Durchführung

Bei dem Verfahren schluckt der Patient eine tablettengroße Videokapsel, die während ihrer etwa achtstündigen Darmpassage Bilder an einen Datenrekorder überträgt. Auf diese Weise kann vor allem der vier bis fünf Meter lange Dünndarm untersucht werden, der bisher nur schwer zugänglich war. Die Anwendung für die Dickdarmuntersuchung ist ebenfalls in der Erprobung.

Die Untersuchung ist schmerzfrei. Der Patient sollte zwölf Stunden vorher nüchtern sein. Um sicher zu gehen, dass der komplette Verdauungstrakt gut gereinigt ist, kann am Tag vor der Untersuchung auch ein leichtes Abführmittel eingenommen werden. Das erleichtert die Bearbeitung und Auswertung der Bilder.

Am Oberkörper des Patienten werden, ähnlich wie beim Langzeit-EKG, Elektroden befestigt, die die empfangenen Daten an den Datenrekorder weiterleiten.Die Mini-Kamera ist nicht viel größer, als eine normale Tablette. Sie wird mit etwas Wasser eingenommen.

Nach der Untersuchung wird die Mini-Kamera innerhalb von drei Tagen ganz normal mit dem Stuhlgang ausgeschieden. Die Kapsel ist dann wertlos und kann entsorgt werden.