Stress jeder Art vermeiden

Stress führt zur Ausschüttung von Stresshormonen, die im ganzen Körper verteilt werden und auch direkt oder indirekt über das vegetative Nervensystem auf das Verdauungssystem Einfluss nehmen. Das hat Auswirkungen auf die Säureproduktion im Magen, die Beweglichkeit des Darms und seine Durchblutung, aber auch auf die Wahrnehmung von Verdauungsvorgängen. So sinkt zum Beispiel die Darmdurchblutung unter körperlicher Belastung. Dadurch wird die Darmtätigkeit heruntergefahren und der Nahrungsbrei nicht mehr weitertransportiert.

Auch Genussmittel und Medikamente können Magen und Darm in Stress versetzen. Alkohol, Nikotin und Koffein stimulieren die Produktion von Magensäure. Alkohol belastet zudem die Leber, die den Abbau bewältigen muss. Säureblockierende Medikamente senken zwar zum Beispiel bei Sodbrennen die Säurebelastung, reduzieren aber zugleich die antibakterielle Schutzfunktion. Dadurch können Bakterien den Magen passieren, die dann weiter unten im Verdauungstrakt zu Problemen führen. Auf der anderen Seite gibt es Wirkstoffe wie das Antidiabetikum Metformin, die für ihre Nebenwirkungen auf das Verdauungssystem bekannt sind. Solche Nebenwirkungen können durch die Art der Ernährung verstärkt oder abgemildert werden.

Unverträglichkeiten aller Art schränken immer häufiger die Lebensqualität der Menschen ein, weil sie Stressreaktionen im Verdauungssystem auslösen. Hier kommt es sehr darauf an, dass eine korrekte Diagnose vom Facharzt gestellt wird. Vorschnelle Selbsteinschätzungen oder unprofessionelle Mutmaßungen helfen da nicht weiter. Nur die Abklärung der Ursachen liefert eine erfolgversprechende Basis für eine angemessene Ernährungsumstellung. Dabei bedeutet eine Unverträglichkeit im Gegensatz zu einer Lebensmittelallergie kein Totalverzicht. Es geht vielmehr darum, Hauptlieferanten ausfindig zu machen, diese in einer ersten Phase zu eliminieren, die Nahrung verträglich und ausgewogen zusammenzustellen, um dann in einer zweiten Phase über geeignete Nahrungskombinationen individuelle Toleranzen zu erarbeiten.


Wir danken Frau Lisa Linder aus Lüdinghausen (Dipl. Oecotrophologin/ Ernährungsberaterin VDOE und Ernährungsfachkraft Allergologie DAAB) für die zahlreichen Anregungen und kritische Durchsicht zu diesem Beitrag.