Mit Krankheiten leben

Das Ernährungsverhalten hat Einfluss auf die Ausprägung von Beschwerden, die auf Erkrankungen des Verdauungssystems zurückzuführen sind. Wenn die Diagnose gestellt und therapeutische Maßnahmen auf den Weg gebracht sind, können zusätzliche diätische Maßnahmen die Lebensqualität von Patienten verbessern sowie darüber hinaus Nebenwirkungen von Medikamenten abmildern. Das gilt insbesondere auch für chronische Erkrankungen.

Auch wenn beispielsweise keine spezifische Diät für Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa zur Verfügung steht, können Begleiterkrankungen und begleitende Beschwerden oft durch die Ernährung günstig beeinflusst werden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Betroffenen zusätzlich unter einer Laktose-Intoleranz leiden. Aber auch hier bedarf es einer gesicherten Diagnose. Denn selbst die unbegründete Angst vor einer möglichen Intoleranz kann zu Gewichtsverlust und Mangelernährung führen, weil die Betroffenen sich einseitig und unzureichend ernähren.

Gerade bei chronischen Erkrankungen muss vorsorglich darauf geachtet werden, dass keine Mangelzustände entstehen, die weitere Krankheiten nach sich ziehen. Ernährungsbedingte Komplikationen wie das Eiweißverlustsyndrom bei CED-Patienten senken zum Beispiel den Albumingehalt im Blut. In der Folge kann Wasser in die Gewebe eingelagert werden und es entstehen Ödeme. Ein weiteres Beispiel: Bei Verzicht auf Milchprodukte im Zusammenhang mit einer Laktose-Intoleranz muss Kalzium substituiert werden, um der Entwicklung einer Osteoporose vorzubeugen.


Wir danken Frau Lisa Linder aus Lüdinghausen (Dipl. Oecotrophologin/ Ernährungsberaterin VDOE und Ernährungsfachkraft Allergologie DAAB) für die zahlreichen Anregungen und kritische Durchsicht zu diesem Beitrag.