Mahlzeiten bekömmlich gestalten

Die Frage nach einer verträglichen Ernährung ist eine komplizierte Problemstellung, die nicht durch Pauschalrezepte zu lösen ist, sondern einer sachkundigen individuellen Anamnese bedarf. Eine professionelle Ernährungsanalyse erfasst die persönlichen Umstände in jedem Einzelfall. Sie berücksichtigt physiologische, psychische und soziale Aspekte und zielt darauf, eine strukturierte Gestaltung der Mahlzeiten vorzuschlagen, die das Wünschenswerte mit dem Machbaren zu verbindet. Dabei hat sich das Ernährungstagebuch als bewährtes Mittel zur Verdeutlichung der individuellen Essgewohnheiten erwiesen. Werden auftretende Beschwerden und Aktivitäten zeitgleich mit angegeben, kann das geschulte Auge Zusammenhänge beispielhaft erkennen.

Denn Nahrungsinhaltsstoffe, Zusatzstoffe  und auch die Zusammenstellung von Lebensmitteln und Mahlzeiten haben Einfluss auf die Verträglichkeit. Nicht alles passt zusammen, manches steht sich gegenseitig im Weg. Anderes unterstützt sich wechselseitig in der Verträglichkeit, verlängert die Darmpassage und damit die Resorptionschance oder schont, weil nicht so scharf, die Schleimhäute. Physiologisch hochwertig und günstig für das Wohlbefinden ist zum Beispiel die Kombination von pflanzlichem und tierischem Eiweiß mit Kohlenhydraten und einem individuell angepassten Fettanteil. So verlängert sich die Verweildauer des Speisebreies im Magen, die Nahrung wird  besser für die weitere Verdauung im Dünndarm vorbereitet und kann insgesamt dort effizienter stattfinden. Dies kann zu einer Entlastung des Dickdarmes führen.

Zucker hingegen passieren den Magen schnell. In großen Mengen eingenommen überschwemmen sie den Dünndarm und gelangen im Übermaß in den Dickdarm. Das fördert Wachstum und Gedeihen von bestimmten Bakterien, was einerseits Einfluss auf die Zusammensetzung der Bakterienflora hat und andererseits unangenehme Folgen, insbesondere Blähungen, hervorruft. Die wenigsten wissen, dass die Zuckeraufnahme im Dünndarm durch die Beigabe von Nahrungsbestandteilen gefördert oder gehemmt werden kann. So können zum Beispiel unverträgliche, fruchtzuckerhaltige Früchte durch die Beigabe von Sahne oder Quark auf einmal bekömmlicher werden.


Wir danken Frau Lisa Linder aus Lüdinghausen (Dipl. Oecotrophologin/ Ernährungsberaterin VDOE und Ernährungsfachkraft Allergologie DAAB) für die zahlreichen Anregungen und kritische Durchsicht zu diesem Beitrag.