Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Der Morbus Crohn ist eine chronisch verlaufende, entzündliche Erkrankung, die den Magen und den Darm auf seiner gesamten Länge erfassen kann. Sie wird oft erstmals im jungen Erwachsenenalter diagnostiziert, kann aber auch Kinder oder ältere Menschen treffen. Frauen und Männer sind mit gleicher Häufigkeit betroffen.

Morbus Crohn

Häufige, wässrige Durchfälle begleitet von krampfartigen Schmerzen vorwiegend im rechten Unterbauch sind typische Symptome der Erkrankung. Die Patienten verlieren oft Gewicht und fühlen sich müde, matt und appetitlos. Im späteren Krankheitsverlauf kommt es meistens zu Komplikationen wie Fisteln, Abzessen oder auch Darmverschlüssen. Eine Operation wird dann unumgänglich.

Die umfangreiche Diagnostik schließt die Magen- und Darmspiegelung, eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums, radiologische sowie Blut- und Stuhluntersuchungen ein. Der Magen-Darm-Arzt erkennt anhand der Befunde Schweregrad und Ausbreitung der Entzündung. Meistens ist der Übergang vom Dünn- in den Dickdarm betroffen. Im Einzelfall kann zur Untersuchung des Dünndarms eine endoskopische Untersuchung mit einer verschluckbaren Videokapsel (Kapselendoskopie) durchgeführt werden.

Bei der Therapie orientiert sich der Magen-Darm-Arzt an der individuellen Krankheitssituation seines Patienten. Es stehen eine Reihe von durchfallhemmenden, entzündungshemmenden und immunsuppressiven Medikamenten zur Verfügung, die nach Bedarf eingesetzt werden. Insbesondere bei schweren Verläufen wird die Behandlung auch nach Abklingen eines akuten Schubs fortgesetzt, um Rückfällen vorzubeugen. Morbus Crohn kann nicht durch eine Darmoperation geheilt werden. Deshalb wird nach operativen Eingriffen sowie beim Auftreten von Fisteln eine Langzeittherapie durchgeführt, um weitere Komplikationen zu vermeiden.

Trotz der oft erheblichen Beschwerden, der notwendigen Behandlungen und der möglichen Arbeitsunfähigkeit ist die Lebenserwartung kaum eingeschränkt.