Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Die Colitis ulcerosa ist eine chronische Entzündung, bei der – im Unterschied zum Morbus Crohn – ausschließlich die Schleimhaut des Dickdarmes betroffen ist. Die Entzündung beginnt immer im Enddarm und breitet sich unterschiedlich weit nach oben aus. Die Erkrankung beginnt typischerweise im jungen Erwachsenenalter, kann aber auch erst später einsetzen.

Colitis ulcerosa

Blut im Stuhl ist neben Durchfall und Leibschmerzen das typische Symptom der Colitis ulcerosa. Im Einzelfall können je nach Schwere des Verlaufs Bauchschmerzen, Fieber und Gewichtsverlust hinzukommen, seltener sind Gelenk-, Haut- oder Augenentzündungen. Krankengeschichte und die körperliche Untersuchung geben dem Magen-Darm-Arzt die ersten Hinweise auf die Erkrankung. Neben Blut- und Stuhluntersuchung ermöglicht vor allem die Darmspiegelung eine sichere Diagnose. Eine Ultraschalluntersuchung kann ergänzend hinzukommen.

Die Therapie mit antientzündlichen und immunsuppressiven Medikamenten wird der Schwere der Krankheitsschübe angepasst und gegebenenfalls in Stufen gesteigert. Mit dem Abklingen der Akutphase ist der Patient jedoch nicht geheilt. Er befindet sich lediglich in einer symptom- und beschwerdefreien Phase (Remission), die jederzeit wieder in einen akuten Schub übergehen kann. Deshalb werden Patienten in Remission mindestens zwei Jahre weiter medikamentös behandelt. Dazu wird eine ballaststoffreiche Diät empfohlen, bei der der Patient Speisen, die er nicht verträgt, meiden soll. Eine Colitis-Diät, wie sie früher häufig vorgeschlagen wurde, existiert nicht.

Wenn die Krankheit nicht mit Medikamenten kontrolliert werden kann, ist eine Krankenhausbehandlung erforderlich. Im Prinzip kann die Erkrankung durch die teilweise oder komplette Entfernung des Dickdarms geheilt werden. Eine solche Behandlung kommt aber nur als letzte Möglichkeit in Betracht.

Nach langem Krankheitsverlauf ist das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, erhöht. Wenn nur der linksseitige Dickdarm befallen ist, werden ab dem 15. Jahr alle zwei Jahre zur Kontrolle Darmspiegelungen durchgeführt. Bei Patienten mit ausgedehnterem Befall der Darmschleimhaut stehen die regelmäßigen Darmspiegelungen ab dem achten Jahr der Erkrankung an. Ein besonderer Fall liegt vor, wenn auch Leber und Gallenwege durch das Krankheitsbild beeinträchtigt sind. Dann müssen die Darmspiegelungen unverzüglich aufgenommen werden. Man spricht dann auch von einer primär sklerosierenden Cholangitis, einer Krankheitform, die besonderen Regeln unterliegt.