Zuwarten ist riskant

Nach positivem Stuhltest nicht zögern

Der immunologische Stuhltest ist ein fester Baustein der Darmkrebsvorsorge. Fällt er positiv aus, ist eine anschließende Darmspiegelung erforderlich. Wer hier zu lange wartet, nimmt ein größeres Risiko in Kauf, als jemand der sich konsequent der Anschlussuntersuchung unterzieht.

Amerikanische Forscher haben die Untersuchungsdaten von mehr als 70.000 Patienten mit positivem Befund im immunologischen Stuhltest analysiert. Dabei haben sie entdeckt, dass bei einer anschließenden Darmspiegelung (Koloskopie) innerhalb von zehn Monaten etwa 30 von 1000 Patienten tatsächlich an Darmkrebs erkrankt waren, rund zehn von 1000 Patienten sogar bereits an einem fortgeschrittenen Stadium. Wenn die Wartezeit bis zur Darmspiegelung länger dauerte, stieg die Zahl der bestätigten Krebsfälle auf fast 50 pro 1000 Untersuchungen, davon waren fast 20 in einem fortgeschrittenen Stadium.

"Darmkrebs ist eine schleichende Erkrankung, die umso schwieriger zu heilen ist, je später sie entdeckt wird", erläutert die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Dagmar Mainz. "Der Stuhltest eignet sich für Menschen, die schon Vorsorge betreiben möchten, bevor sie mit 55 Jahren Anspruch auf eine Darmspiegelung haben. Das ist durchaus sinnvoll, weil viele Fachlaute die Meinung vertreten, dass das Screening-Alter sowieso herabgesetzt werden sollte."

Nach einem positiven Testergebnis steht immer eine Darmspiegelung an, in deren Rahmen auch gleich alle Polypen und möglichen Darmkrebsvorstufen entfernt werden. Die europäische Leitlinie zur Darmkrebsvorsorge empfiehlt diese Untersuchung innerhalb eines Monats durchführen zu lassen. "Ganz so dringend ist es nicht", erklärt die Magen-Darm-Expertin. "Länger als drei bis sechs Monate sollte man nicht warten."

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