Was bringt die Vorsorge-Gastroskopie?

Schutz vor Tumorerkrankungen im oberen Magen-Darm-Trakt

"Die Vorsorge-Koloskopie in Deutschland ist ein Riesenerfolg und hat bereits jetzt Tausenden von Menschen das Leben gerettet", so die Bilanz von Dr. Albert Beyer vom Vorstand des Berufsverbandes der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng). "Wir sind heute in der Lage, auch vom Rachen bis zum Zwölffingerdarm Tumoren und deren Vorstufen so zeitig zu entdecken, dass sehr viel mehr Patienten geheilt werden könnten, als dies heute gelingt."

Die Erfolgsgeschichte der Darmspiegelung hat in den letzten fünfzehn Jahren die Bedeutung von wirksamen Vorsorgestrategien deutlich gemacht. Der Magenspiegelung oder Gastroskopie wird eine solche Erfolgsgeschichte bisher kaum zugetraut. Ihr Einsatz beschränkt sich meist auf die Grundversorgung bei Oberbauchschmerzen, Sodbrennen oder die spezielle Diagnostik bei unklarem Blutverlust oder potentiell tumorassoziierten Symptomen. Das liegt vor allem daran, dass Kosten-Nutzenerhebungen in der Regel nur auf eine Tumorform, z.B. Magen- oder Speiseröhrenkrebs, bezogen worden sind. "Es wird und wurde immer viel zu wenig beachtet, dass der Magen-Darm-Arzt im Zuge einer Gastroskopie ein sehr viel breiteres Spektrum von relevanten gut- und bösartigen Veränderungen und Erkrankungen erkennen und behandeln kann. Wir gehen von jährlich etwa 40.000 neuauftretenden Tumorerkrankungen im oberen Magen-Darm-Trakt aus", erläutert Dr. Beyer. Früh erkannte Tumore und deren Vorstufen werden gleichzeitig endoskopisch immer besser behandelbar.

Eine groß angelegte Studie mit 10.000 Patienten aus Bayern soll jetzt für eine solide Datengrundlage sorgen, mit der neben der Effektivität auch der gesundheitsökonomische Nutzen einer aus Vorsorgegründen durchgeführten Magenspiegelung beurteilt werden kann. Den Teilnehmern wird angeboten, im Rahmen einer Vorsorge-Darmspiegelung zusätzlich eine Vorsorge-Magenspiegelung durchführen zu lassen. Die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte müssen im Rahmen der Studienteilnahme als Untersucher hohe Qualitätsanforderungen erfüllen. Das Projekt unter der Leitung von Prof. Helmut Messmann wird von Prof. Jakob Linseisen (beide Uniklinik Augsburg) sowie Prof. Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg wissenschaftlich begleitet.

"Der Berufsverband hat die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte dazu aufgerufen, sich an der Studie zu beteiligen", berichtet Dr. Beyer. "Wir wollen, dass den Menschen auch in Zukunft durch immer effizientere Vorsorge-Angebote viel Leid erspart werden kann. Sollte durch diese wegweisende Studie der Nachweis erbracht werden können, dass eine Vorsorge-Magenspiegelung ebenso wie eine Vorsorge-Darmspiegelung schützt, so werden wir alles daransetzen, dass diese Methode allen Bundesbürgern baldmöglichst angeboten werden kann."

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