Verzicht auf Vorsorge

Todesursache Nummer 1 bei Darmkrebs

„Eine aktuelle Studie aus Amerika lässt keinen Zweifel daran, dass die meisten der Menschen, die an Darmkrebs versterben, die angebotenen Vorsorgemaßnahmen nicht ausreichend in Anspruch nehmen“, sagt die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Dagmar Mainz. „Man kann gar nicht nachdrücklich genug immer wieder auf die Wirksamkeit des Darmkrebs-Screening-Programms der gesetzlichen Krankenversicherungen hinweisen. Insbesondere mit dem Angebot der Darmspiegelung steht eine effektive Maßnahme zur Reduzierung des Darmkrebsrisikos zur Verfügung.“

In der Studie sind 1750 Darmkrebstodesfälle aus einem Zeitraum von sechs Jahren bei Versicherten einer kalifornischen Krankenversicherung untersucht worden. In 75,9 Prozent der Todesfälle hatten die Patienten keine oder eine unzureichende Vorsorge erhalten. Entweder haben sie die Angebote versäumt oder sie haben auf notwendige Nachfolgeuntersuchungen verzichtet. In einigen Fällen waren auch positive Befunde nicht ernst genug genommen worden. 24,1 Prozent der Betroffenen waren verstorben, obwohl sie alle Vorsorgemaßnahmen wahrgenommen haben. Bei ihnen waren entweder Krebsvorstufen übersehen worden oder ihre Krebserkrankung hat sich in der Zeit zwischen den zehn Jahre auseinanderliegenden Screening-Koloskopien entwickelt.

„Die Zahlen aus Amerika sind vor allem auch deshalb so beeindruckend, weil die Teilnahmerate bei den Versicherten im Vergleich zu deutschen Verhältnissen sehr hoch ist“, erläutert Dr. Mainz. „Wegen forcierten Angeboten des Versicherungsträgers stieg die Teilnahmerate im Verlauf der Studie von 40 Prozent auf 80 Prozent. Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, sank bei den Teilnehmern des Screening-Programms nach Angaben der Forscher um rund 60 Prozent. Selbst in Deutschland hat das Darmkrebs-Screening trotz viel geringerer Teilnehmerzahlen allein in den ersten zehn Jahren des Angebots rund 180.000 Darmkrebsfälle verhindert.“

Der Erfolg im Kampf gegen den Darmkrebs hängt entscheidend davon ab, dass die Menschen die Angebote zu Vorsorge und Früherkennung annehmen. Das ist nicht schwer: Auf der gemeinsamen Aktionsseite der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte und der Stiftung LebensBlicke kann jeder im Internet unter www.darmvorsorge-jetzt.de ein Vorsorgeangebot in Wohnortnähe finden.

Zurück