Stuhltest zur Darmkrebsvorsorge

Bei positivem Befund schnell zur Koloskopie

Die Europäische Kommission hat eine neue Leitlinie zur Darmkrebsvorsorge veröffentlicht, in der Patienten mit positivem Befund im Stuhltest empfohlen wird, innerhalb eines Monats zur weiteren Abklärung eine Darmspiegelung (Koloskopie) durchführen zu lassen.

"Darmkrebs ist eine schleichende Erkrankung, die umso schwieriger zu heilen ist, je später sie entdeckt wird", erläutert die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Dagmar Mainz. "Aktuelle Datenanalysen von Versicherten aus den Vereinigten Staaten legen zwar nahe, dass in den ersten zehn Wochen nach dem positiven Befund, die Wahrscheinlichkeit für eine größere Verschlechterung einer möglichen Krebserkrankung nicht erhöht ist. Dennoch gemahnt die Empfehlung der neuen Europäischen Leitlinie, das Ergebnis eines Stuhltest in jedem Fall ernst zu nehmen und weitere Kontrollen nicht unnötig zu verschleppen."

Weil Patienten über das Ergebnis des immunologischen Tests auf Blut im Stuhl einer neuen Regelung zu Folge nur noch per Brief informiert werden, steht zu befürchten, dass nicht alle Betroffenen die Bedeutung eines positiven Befundes erkennen. Sie sollten in jedem Fall mit einem Arzt über das Ergebnis sprechen. "Der Stuhltest ist ein niederschwelliges Angebot an Menschen, die zwar Vorsorge wünschen, aber eine Darmspiegelung scheuen", erklärt die Magen-Darm-Expertin. "Nach einem positiven Testergebnis steht immer eine Darmspiegelung an, in deren Rahmen Polypen und mögliche Darmkrebsvorstufen entfernt werden."

Weitere Informationen zum immunologischen Stuhltest gibt es auf dem Patientenportal der Magen-Darm-Ärzte im Internet. Dort finden Menschen, die das Vorsorgeangebot der gesetzlichen Krankenkassen in Anspruch nehmen wollen, auch einen Facharzt in ihrer Nähe, der die Koloskopie durchführt.

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