Stuhltest auf dem Prüfstand

Kann die einfache Methode helfen, Hemmschwellen abzubauen?

"Darmkrebs kann verhindert bzw. geheilt werden, wenn rechtzeitig und energisch dagegen vorgegangen wird", sagt Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. "Wir sollten deshalb alle Möglichkeiten ausschöpfen, die Menschen motivieren, Vorsorge-Untersuchungen wahrzunehmen."

Während die gesetzlich Versicherten in Deutschland seit Jahren auf die Umsetzung des politisch längst beschlossenen Einladungsverfahrens warten, denken Mediziner schon darüber hinaus und suchen nach Wegen, den unbestrittenen Nutzen der persönlichen Ansprache durch zusätzliche Angebote noch stärker zur Geltung zu bringen. Pilotstudien legen nahe, dass ein mit dem Einladungsschreiben versandter immunologischer Stuhltest die Akzeptanz für die Darmkrebsvorsorge weiter verbessert. Ob dies so ist, wird derzeit in einer groß angelegten Studie mit rund 18.000 Versicherten zwischen 50 und 54 Jahren aus dem AOK-HausarztProgramm in Baden-Württemberg überprüft. Das Projekt wird gemeinsam von Haus- und Fachärzten in Kooperation mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) umgesetzt.

"Es ist ein großer Vorteil, dass wir mit Selektivverträgen die Bereitschaft und notwendige Flexibilität haben, um die Darmkrebsfrüherkennung weiter entwickeln zu können", betont der Vorsitzende des Berufsverbandes der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng) in Baden-Württemberg, Prof. Dr. Leopold Ludwig. "Dabei legen wir großen Wert auf eine fundierte, wissenschaftliche Begleitung des Projekts. Mit Prof. Dr. Hermann Brenner vom DKFZ haben wir einen ausgewiesenen Experten auf diesem Gebiet an unserer Seite."

Die Studie untersucht zunächst die Inanspruchnahme des angebotenen immunologischen Stuhltests. Darüber hinaus werden die Darmspiegelungen nach positivem und negativem Test sowie die Rate neu entdeckter fortgeschrittener Adenome und Karzinome erfasst. Die Testergebnisse werden derzeit über das DKFZ ermittelt und direkt an den Versicherten sowie auf Wunsch auch an dessen behandelnden Arzt gemeldet. Bei positivem Befund wird empfohlen, mit dem Hausarzt über die Möglichkeit einer Darmspiegelung zu sprechen.

Zurück