Schwerpunktpraxen im bng

Wegweiser für chronisch Kranke

"Für chronisch kranke Patienten ist es nicht immer leicht, eine qualifizierte Versorgung zu finden", sagt Dr. Dagmar Mainz vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng). Der Berufsverband setzt dieser latenten Unterversorgung ein transparentes ambulantes Angebot entgegen. Die Auszeichnung und die öffentliche Präsentation einer zertifizierten "Schwerpunktpraxis im bng" erleichtert es Patienten, wohnortnah einen Magen-Darm-Arzt zu finden, der sie in kritischen Phasen der Krankheit kompetent betreut.


Auf dem Patientenportal www.magen-darm-aerzte.de weist ein Arztfinder alle Praxen aus, die eine oder mehrere der drei bng-Zertifizierungen erworben haben. Zertifizierte Schwerpunktpraxen führen das bng-Siegel im Briefkopf.

Schon seit 2003 gibt es die "Hepatologische Schwerpunktpraxis im bng", in der mindestens 50 Patienten pro Quartal wegen chronischen viralen Leberentzündungen (Hepatitis B oder C), wegen Autoimmunerkrankungen von Leber und Gallengängen oder wegen Hämochromatose behandelt werden. Sie bietet eine Sprechstunde für Patienten und die Möglichkeit der Durchführung weiterführender Diagnostik und Therapie von Leberkrankheiten. Das Praxispersonal ist speziell geschult. Das Zertifikat gilt für zwei Jahre und kann dann verlängert werden.

Seit 2013 werden "CED-Schwerpunktpraxen im bng" zertifiziert. Sie versorgen im Jahr mehr als hundert Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Die Praxisbetreiber können eine kontinuierliche Fortbildung nachweisen und halten entsprechend fortgebildetes Personal bereit. Sie bieten eine CED-Sprechstunde im Rahmen der kontinuierlichen Betreuung von CED-Patienten und kooperieren eng im Betreuungsnetz-CED mit Hausärzten, Chirurgen, Proktologen, Rheumatologen und anderen erforderlichen Fachbereichen. Das Zertifikat gilt für drei Jahre und kann dann verlängert werden.

In diesem Jahr ist als drittes Zertifikat die "Schwerpunktpraxis Kapselendoskopie im bng" hinzugekommen. "Im Zuge einer Kapselendoskopie schluckt der Patient eine tablettengroße Videokapsel, die während der Darmpassage Daten an einen Rekorder überträgt", erläutert Dr. Mainz. "Das Verfahren wird vor allem eingesetzt, um Blutungsquellen im Dünndarm zu finden. Aber auch bei Verdacht auf Entzündungen oder Polypen im Dünndarm ist es eine wichtige diagnostische Ergänzung zu den herkömmlichen Magen- und Darmspiegelungen."

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