Schluss mit unlauteren Attacken

Magen-Darm-Ärzte wünschen sich eine neue Sachlichkeit in 2019

"Wir mussten in 2018 erneut erleben, dass bestimmte Politiker zur Durchsetzung ihrer Interessen unverfroren Gerüchte streuen", beklagt der Verbandsvorsitzende Dr. Albert Beyer vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng). "Wir würden es sehr begrüßen, wenn in den Debatten über eine faire Lastenverteilung im Gesundheitswesen in 2019 sachliche Argumente die Oberhand gewinnen."

"Es ist kein Geheimnis, dass ein Magen-Darm-Arzt mehr als 50 Stunden in der Woche für seine Patienten da ist", konstatiert Dr. Beyer. "Dass es trotzdem Wartezeiten gibt, liegt bestimmt nicht an der Arbeitsscheu der Ärzte, wie der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kurz vor Weihnachten unterstellt hat. Im Gegenteil! Selbst wenn die Praxis aus allen Nähten platzt, wird es dem Arzt verwehrt, sein Leistungsangebot zu erweitern. Der Gesetzgeber hat es schlicht verboten."

Die Zulassung von niedergelassenen Ärzten unterliegt der sogenannten "Bedarfsplanung", nach der überall in Deutschlang angeblich viel zu viele Fachinternisten wie Magen-Darm-Ärzte oder Kardiologen ambulant tätig sind. Wegen dieser "Überversorgung" ist die Ausweitung der Leistungen einer Arztpraxis unzulässig.

"Politiker wie Karl Lauterbach wissen natürlich", so Dr. Beyer, "dass der ärztliche Nachwuchs in den Praxen von Haus- und Fachärzten vor allem deswegen ausbleibt, weil niemand mehr bereit ist, die große zeitliche Belastung eines Praxisinhabers auf sich zu nehmen. Die Rahmenbedingungen der niedergelassenen Ärzte werden von Jahr zu Jahr schwieriger. Arztpraxen geben auf oder werden aus Altersgründen ohne Nachfolger geschlossen. Ortsgemeinden suchen verzweifelt einen Arzt, der bereit ist die Bevölkerung zu versorgen."

"Die Beleidigung und Herabsetzung der niedergelassenen Ärzte ist kein geeignetes Mittel, um die Probleme der realen Unterversorgung zu lösen", resümiert Dr. Beyer. "Wartezeiten in den Praxen entlarven die Mär von der Überversorgung als Lüge. Es wird Zeit, die Weichen neu zu stellen. Die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte wünschen sich dafür eine redliche Debatte und eine neue Sachlichkeit in 2019."

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