Reizmagen

Helicobacter kann Ursache sein

Zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung leiden regelmäßig unter Druck- und Völlegefühl, Übelkeit und einem frühzeitigem Sättigungsgefühl, ohne dass eine Routinediagnostik einschließlich Endoskopie zu diagnostizierbaren Befunden führt. Etwa zehn Prozent dieser Patienten hilft eine Antibiotika-Therapie gegen das Magenbakterium Helicobacter pylori.

"Patienten mit ernährungsbegleitenden Beschwerden im Magen haben es oft schwer, eine geeignete Therapie zu finden", sagt der Ernährungsexperte Dr. Ulrich Tappe vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. "Grundsätzlich handelt es sich um ein gutartiges Krankheitsbild, dem unterschiedliche Störungen zugrunde liegen können. Dieselben Symptome können allerdings auch ein Hinweis auf schwerwiegende Erkrankungen sein. Um dies auszuschließen, sind Magenspiegelung, Ultraschall-Untersuchung und die Abklärung einer eventuellen Helicobacter-Infektion zu empfehlen."

Die ärztliche Leitlinie zur Behandlung des Reizmagensyndroms enthält eine Kann-Option für die Antibiotika-Therapie gegen Helicobacter pylori. Da einem Teil der betroffenen Patienten damit geholfen wird, kann diese Maßnahme in Betracht kommen.

"Der Hausarzt wird immer versuchen, die Gesamtsituation des Patienten zu beurteilen und unter den möglichen Maßnahmen auf individuell angemessene zurückzugreifen", sagt Dr. Tappe. "Bei der genauen diagnostischen Abklärung und der Bewertung von Therapieoptionen steht ihm der Magen-Darm-Arzt dabei hilfreich zur Seite. Der Magen-Darm-Arzt kennt sich mit den Therapiealternativen bestens aus und unterstützt bei komplizierten Fällen, bei denen beispielsweise eine Therapieform versagt oder wenn Antibiotika-Resistenzen vorliegen."

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