Mikroskopische Kolitis

Die Unbekannte unter den entzündlichen Darmerkrankungen

Wenn von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) die Rede ist, denken viele sofort an Patienten, die unter den chronischen Verläufen von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa leiden. Seit drei Jahrzehnten ist allerdings eine weitere, schwieriger zu diagnostizierende Form einer CED auf dem Vormarsch: die Mikroskopische Kolitis. Experten gehen davon aus, dass sie inzwischen genauso weit verbreitet ist, wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

"Das Leitsymptom der Erkrankung sind chronisch-wässrige, vor allem auch häufig nächtlich auftretende Durchfälle ohne Blutbeimengungen", erklärt der CED-Experte vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, PD Dr. Bernd Bokemeyer. "Betroffen ist dabei der Dickdarm. Die endoskopische Untersuchung zeigt zunächst keine direkt erkennbaren auffälligen Veränderungen. Die Erkrankung kann erst durch eine Gewebeentnahme und eine histologische Untersuchung unter dem Mikroskop diagnostiziert werden."

Die Ursachen der Mikroskopischen Kolitis sind noch ungeklärt. Neben bestimmten Medikamenten und immunologischen Reaktionen scheint das Rauchen ein wesentlicher Risikofaktor zu sein. PD Dr. Bokemeyer: "Epidemiologische Daten aus verschiedenen Ländern deuten darauf hin, dass Raucher im Vergleich zu Nichtrauchern mehr als doppelt so oft betroffen sind und mehr als zehn Jahre früher daran erkranken."

Um Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen den Weg zu einem Spezialisten zu erleichtern, hat der Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte eine Zertifizierung zur "CED-Schwerpunktpraxis im bng" eingeführt. Sie kann von Praxen erworben werden, wenn sie nachweislich bestimmten Qualitätsanforderungen genügen. Über 200 solcher CED-Schwerpunktpraxen gibt es in Deutschland. Sie werden über den Arzt-Finder auf dem Patientenportal der Magen-Darm-Ärzte unter www.magen-darm-aerzte.de angezeigt.

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