Langmütig aber tückisch

Wer seine Leber missachtet, muss mit den Folgen leben

"Die Leber ist ein sehr stark beanspruchtes Organ, das für viele Aufgaben im Stoffwechsel unverzichtbar ist" sagt Dr. Karl-Georg Simon vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. "Sie ist sehr robust und toleriert schädliche Einflüsse verschiedenster Art. Darin liegt allerdings auch die Gefahr. Die Leber macht nämlich keine Beschwerden, selbst wenn sie über lange Zeit fortwährend einem zerstörerischen Stress ausgesetzt wird."

Neben viralen Infektionen und übermäßigem Alkoholkonsum setzen der Leber an allererster Stelle Fetteinlagerungen zu, die auf Fehlernährung und Bewegungsmangel zurückzuführen sind. Es besteht ein starker Zusammenhang zwischen dem Body-Mass-Index (BMI) und dem Neuauftreten einer Fettlebererkrankung. Im Verlauf der übermäßigen Fetteinlagerung in der Leber verschlechtern sich die Organfunktionen schleichend, und zwar in der Regel ohne dass der Betroffene davon etwas bemerkt.

Patienten, die unter den Folgen einer Fettlebererkrankung leiden, werden mittelfristig einen erheblichen Versorgungsaufwand erfordern, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird. Magen-Darm-Ärzte warnen eindringlich vor den absehbaren Belastungen für das Gesundheitssystem. "Wir müssen davon ausgehen", so Dr. Simon, "dass in Deutschland fast ein Drittel der übergewichtigen Menschen unbemerkt eine Fettleber entwickeln wird."

Wer sein Risiko erkennt, der kann in den meisten Fällen durch geeignete Maßnahmen der Gefahr ernsthafter Erkrankungen entgehen. Die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte empfehlen, regelmäßig die Leberwerte (GPT, GOT und GGT-Wert) beim Hausarzt überprüfen zu lassen. Erhöhte Werte zeigen an, dass die Gefahr einer Lebererkrankung bestehen kann. Die genauere Abklärung erfolgt dann beim Magen-Darm-Arzt, dem Facharzt für Verdauungskrankheiten, der gegebenenfalls eine geeignete Therapie einleiten kann.

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