Kapselendoskopie

Schwerpunktpraxen mit Zertifikat

Die niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte setzen sich für hohe Qualitätsstandards in der Gastroenterologie ein. Aus diesem Grund vergibt der Berufsverband (bng) Zertifizierungen, die Praxen mit speziellen Schwerpunkten auszeichnen. Seit Juli 2017 können Praxen zertifizieren werden, die sich schwerpunktmäßig mit der Kapselendoskopie beschäftigen und auf diesem Gebiet einen hohen Qualitätsstandard vorhalten.

"Im Zuge einer Kapselendoskopie schluckt der Patient eine tablettengroße Videokapsel, die während der Darmpassage Daten an einen Rekorder überträgt", erläutert der bng-Kapsel-Experte, Dr. Horst Hohn. "Anschließend wertet der spezialisierte Magen-Darm-Arzt die Videobilder aus und erstellt gegebenenfalls eine Diagnose. Das Verfahren wird vor allem eingesetzt, um Blutungsquellen im Dünndarm zu finden. Aber auch bei Verdacht auf Entzündungen oder Polypen im Dünndarm ist das Verfahren inzwischen eine wichtige diagnostische Ergänzung zu den herkömmlichen Magen- und Darmspiegelungen."

Ein Magen-Darm-Arzt, der die Kapselendoskopie anbietet, muss besondere Qualitätskriterien erfüllen. Denn im Gegensatz zur Darmspiegelung kommt diese Untersuchung nur bei ausgewählten Patienten infrage und wird folglich seltener durchgeführt. Neben der Teilnahme an einem mehrtägigen Trainingskurs wird eine Mindestanzahl an Kapseluntersuchungen pro Jahr gefordert. Der untersuchende Arzt muss darüber hinaus über eine entsprechende Zulassung durch die Kassenärztliche Vereinigung verfügen.

"Das Zertifikat "Schwerpunktpraxis Kapselendoskopie" wird nach Prüfung der vorzuweisenden Qualitätskriterien durch die Fachgruppe Kapselendoskopie des bng vergeben", erklärt Dr. Hohn. "Damit wird es für überweisende Ärzte und Patienten leichter, ein qualifiziertes Zentrum für Kapselendoskopie zu finden. Wie bereits in den Bereichen Hepatologie und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wird hiermit ein weiterer Schritt zu einem hohen Qualitätsstandard in der Gastroenterologie gemacht."

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