Hepatits C ist heilbar

Registerdaten belegen Wirksamkeit moderner Medikamente

"Die Analyse der Daten von 14.000 Patienten belegt beeindruckende Heilungsraten von zum Teil weit über 90 Prozent bei einer Therapie mit neu verfügbaren Medikamenten", erklärt der Hepatits-Experte der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte und wissenschaftliche Leiter des Deutschen Hepatits C-Registers, Dr. Dietrich Hüppe. Der Anteil der Patienten, die wegen einer Infektion mit dem Hepatitis C-Virus eine Lebetransplantation benötigen, hat sich halbiert. Auch die Zahl der Fälle, bei denen im Verlauf der Erkrankung das Stadium der Leberzirrhose erreicht wird, nimmt ab.

Die Therapie der chronischen Hepatitis C hat sich in den letzten Jahren dramatisch gewandelt. Die Zulassung hocheffektiver, direkt antiviral wirksamer Substanzen seit Januar 2014 hat dazu geführt, dass heute fast alle betroffenen Patienten geheilt werden können. Dabei führt die nebenwirkungsarme Behandlung in kürzerer Zeit zum Erfolg.

"Vor diesem Hintergrund sind die schlechten Erfahrungen bei der Einführung der neuen Therapien für chronisch erkrankte Hepatitis C-Patienten aus heutiger Sicht kaum noch nachvollziehbar", betont Dr. Hüppe. Die Krankenkassen waren bekanntlich nur sehr zögerlich bereit, die nicht unerheblichen Kosten für die neuen Medikamente zu übernehmen. Die Magen-Darm-Ärzte sahen sich existenzgefährdenden Regressdrohungen ausgesetzt.

"Alle Beteiligten müssen aus dieser Entwicklung lernen", erklärt der Leberspezialist. "damit wir künftig ähnlich bedrängende Situationen für die niedergelassenen Ärzte bei der Einführung von neuen Therapien von vorne herein vermeiden. Das gilt beispielsweise für die zu erwartenden Medikamente für die auf dem Vormarsch befindliche Volkserkrankung Fettleber. Die hohen Preise für neue hochwirksame Medikamente sind natürlich eine Belastung für das Gesundheitssystem. Diese Lasten dürfen aber nicht zu Lasten von betroffenen Patienten und deren behandelnden Ärzten gehen, sondern müssen solidarisch getragen werden."

Das Deutsche Hepatitis C-Register ist 2003 aus einer Initiative von hepatologisch engagierten Ärzten des Berufsverbandes als online gestützte Datenbank zur Versorgungsforschung auf den Weg gebracht worden. In den zehn Jahren von 2003 bis 2013 sind mehr als 40.000 Patienten untersucht und etwa 27.000 behandelte Patienten dokumentiert worden. Seit Oktober 2014 wird es unter der Schirmherrschaft der Deutschen Leberstiftung in enger Kooperation mit dem Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng) geführt. Mit über 14.000 Patienten ist es heute eines der weltweit größten Register zu dieser Erkrankung.

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