Hepatitis C-Register

Magen-Darm-Ärzte dokumentieren Erfolgsgeschichte

In Deutschland sind mehr als 250.000 Menschen an einer chronischen Hepatitis C erkrankt. Seit 2014 stehen wirksame Medikamente zur Verfügung. Im Deutschen Hepatits C-Register (DHC-R) werden die Behandlungsdaten zusammengetragen, um die Effektivität und die Sicherheit der neuen Therapien im Praxisalltag der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte zu untersuchen.

"Die chronische Hepatits C ist eine virale Lebererkrankung, die schleichend fortschreitet und über viele Jahre unbehandelt zu Leberzirrhose und schließlich zu Leberkrebs führen kann", erläutert Dr. Dietrich Hüppe, der wissenschaftliche Leiter des DHC-R. "2003 haben die hepatologisch tätigen niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte begonnen, anonymisierte Patientendaten zu erfassen. Bis 2014 konnten mehr als 40.000 Patientenverläufe beobachtet werden. Der Therapieverlauf von über 20.000 Patienten konnte dokumentiert werden. Nach Einführung neuer direkt antiviraler Substanzen (DAAs) im Jahr  2014 wurden im DHC-R weitere 15.000 Patienten erfasst . Die Wirksamkeit der neuen Medikamente konnte eindrucksvoll belegt werden. Die Heilungsrate dieser vormals schwer zu behandelnden Erkrankung erreicht über 95 Prozent."

Während also die chronische Hepatitis C immer besser und immer öfter auskuriert werden kann, bereitet den Magen-Darm-Ärzten die zunehmende Verbreitung einer anderen chronischen Lebererkrankung große Sorgen. Die konsumorientierte Lebensweise führt in unserer Bevölkerung zu einer dramatisch wachsenden Anzahl von Menschen, die an einer Fettleber erkranken. Leberexperten warnen, dass unser Gesundheitssystem in Kürze allein schon wegen der demographischen Entwicklung vor großen Herausforderungen stehen wird.

Um die Datenlage zu verbessern und damit eine Grundlage für die Bewältigung der zu erwartenden diagnostischen und therapeutischen Nachfrage zu schaffen, hat der Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte die Einrichtung eines Deutschen Fettleber-Registers initiiert. Seit Beginn der Datenerhebung im Februar 2018 konnten bereits rund 350 Patienten vorwiegend in hepatologischen Schwerpunktpraxen und Ambulanzen rekrutiert werden.

Erste Ergebnisse zeigen, dass Patienten mit einer fortgeschrittenen Leberverhärtung typischerweise einen höheren BMI, einen weiteren Hüftumfang und erhöhte Leberwerte im Blut aufweisen. Sie leiden häufiger an Bluthochdruck, Typ 2-Diabetes und hatten in der Vorgeschichte öfter Herz-Kreislauf-Ereignisse.

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