Einmalprodukte in der Endoskopie

Magen-Darm-Ärzte fordern Regelung

Im Zuge der Darmspiegelung benötigt der Magen-Darm-Arzt Zangen und Schlingen, um Gewebeproben entnehmen bzw. Polypen abtragen zu können. Diese Instrumente werden durch das Endoskop in den Magen-Darm-Trakt vorgeschoben und unterliegen strikten Hygiene-Anforderungen. Sie müssen entweder für den Mehrfacheinsatz gründlich gereinigt oder gleich als Einmalmaterialien eingesetzt werden.

"Um die Kostenerstattung für dieses unverzichtbare Endoskopiezubehör wird seit geraumer Zeit ein grotesker Streit auf dem Rücken von Patienten und Ärzten ausgetragen", sagt Dr. Albert Beyer vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng). "Für Mehrweginstrumente gibt es in Deutschland keine behördlich akzeptierten Aufbereitungsverfahren, deshalb dürfen sie nicht eingesetzt werden. Einweginstrumente werden aber von den Kassen nicht bezahlt, weil es ja Mehrweginstrumente gibt." Mit anderen Worten: Obwohl diese Zusatzinstrumente für die Behandlung von Patienten unbedingt benötigt werden, gibt es keine gegenfinanzierte Möglichkeit, sie einzusetzen.

Um dieses Dilemma zu durchbrechen, hat der Berufsverband deshalb vor knapp einem Jahr die Hersteller aufgefordert, diese Mehrweginstrumente vom Markt zu nehmen. "Erfreulicherweise haben die Firmen unsere Argumentation eingesehen und - aus unterschiedlichen Gründen - inzwischen ihre entsprechenden Mehrwegprodukte bereits zurückgezogen oder abgekündigt", sagt Dr. Beyer.

Jetzt sind ärztliche Selbstverwaltung und Krankenkassen aufgefordert für eine Regelung zur Sachkostenerstattung für die Einmalinstrumente zu sorgen. "Es kann ja niemand daran interessiert sein, dass Patienten mit einer Rechnung die Kosten bei ihrer Krankenkasse selbst einfordern müssen", so Dr. Beyer.

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