Eindeutiger Nachweis

Übergewicht fördert Dickdarmkrebs

"Übergewicht und kontinuierliche Gewichtszunahme fördern die Entstehung von Dickdarmkrebs", berichtet der Ernährungsexperte Dr. Ulrich Tappe vom Berufsverband der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. "Schon seit Jahren wurde ein erhöhtes Krebsrisiko bei Übergewicht vermutet. Nunmehr konnte eindeutig nachgewiesen werden, dass Normgewichtige ein geringeres Risiko haben Darmkrebs zu erkranken. "

Wer ab dem 20. Lebensjahr kontinuierlich beim Körpergewicht zulegt, hat im Vergleich zu Personen, die weniger als 300 Gramm pro Jahr zunehmen, ein um rund 50 Prozent höheres Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken. Das gilt ebenso für Menschen mittleren Alters, die über einen Zeitraum von 30 Jahren mehr als neun Kilogramm Gewicht zunehmen. Das zeigen die Ergebnisse einer Analyse von Daten aus der größten europäischen Langzeitstudie zum Zusammenhang zwischen Krebs und Ernährung, die Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung gerade veröffentlicht haben.

"Die Ursachen für das erhöhte Tumorrisiko sind komplex und indirekt", sagt Dr. Tappe. "Klar scheint aber heute, dass überschüssiges Fettgewebe wie ein unerwünschtes Drüsenorgan wirkt. Neben erhöhten Insulinspiegeln gibt es eine ganze Reihe verschiedener weiterer Botenstoffe, die zu nachhaltigen Störungen im Stoffwechsel und Immunsystem führen. All dies trägt offenbar zur Entstehung und Wachstum von Tumoren bei." Erhöhte Insulinspiegel finden sich unter anderem auch bei einem Teil der Diabetiker, was deren erhöhtes Darmkrebsrisiko erklären könnte. "Das Bezeichnen von Risikogruppen hilft Strategien für eine primäre und sekundäre Prävention von Darmkrebs zu entwickeln".

Das Ausbleiben von frühzeitigen Warnsignalen, macht den Darmkrebs zu einer tückischen Erkrankung. Typische Alarmzeichen wie Blut im Stuhl treten in manchen Fällen erst mit erheblicher Verzögerung auf. Sicherheit bietet nur eine effiziente Vorsorge. Die Darmkrebsvorsorge zahlt die Krankenkasse. Jeder 55-jährige gesetzlich Versicherte hat einen Anspruch darauf. Weitere Informationen finden Sie auf dem Patientenportal unter www.magen-darm-aerzte.de.

Zurück